Waldweilerer Ortschef wehrt sich

Zwischen Manfred Rauber (SPD) und Markus Franzen (CDU), den Ortsbürgermeistern von Waldweiler und Schillingen, geht der Streit um die Windkraft weiter. Franzen (CDU) hatte die von den Waldweilerern geplante Aufstellung von Rädern auf dem Teufelskopf im TV verurteilt. Rauber weist diese Kritik strikt zurück und spricht von "Unterstellungen und Unwahrheiten".

Waldweiler/Schillingen. Zusammen mit der saarländischen Gemeinde Weiskirchen wollen die Waldweilerer auf dem Höhenzug an der Landesgrenze einen gemeinsamen Windpark mit insgesamt sieben Anlagen errichten. Dieser Wunsch ist schon lange bekannt.
Nicht neu ist auch, dass dieses Vorhaben im Nachbarort Schillingen abgelehnt wird. Dort stoßen sich die Politiker vor allem am geplanten Standort der drei zu Waldweiler gehörenden Räder. Sie sollen sich im Bereich des Teufelskopfs drehen, der in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück liegt.
Nun hat sich am Wochenende der Ton zwischen den beiden Gemeindechefs Manfred Rauber (Waldweiler) und Markus Franzen (Schillingen) aber zusehends verschärft. Franzen hatte am Samstag im TV Windräder in der Kernzone des Naturparks als "Irrsinn" bezeichnet. Noch ist dort das Aufstellen von weißen Riesen verboten. Das Mainzer Umweltministerium hatte aber angekündigt, diese Möglichkeit rechtlich zu prüfen.
Die Schillinger Kritik an den Waldweilerer Windkraftplänen weis Rauber mit Nachdruck zurück. "Ich habe kein Verständnis dafür, wenn über unser Projekt bewusste Verunsicherungen, Unwahrheiten und Polemik verbreitet werden", sagt der SPD-Politiker. So sei Franzens Behauptung falsch, dass für den Transport der Räder zu den vorgesehenen Standorten zehn Meter breite Schneisen in den Wald geschlagen werden. "Wir können auf das hervorragend ausgebaute Wegenetz zwischen Waldweiler und Weiskirchen zurückgreifen und brauchen nur noch ganz wenige Erschließungswege mit einer Maximal-Breite von vier Metern. Wir wollen keine unnötigen Rodungsarbeiten machen und werden alles eng mit dem Forstamt Saarburg abstimmen", so der SPD-Politiker.
Er kontert auch einen weiteren Vorwurf Franzens. "Es geht mir auch nicht darum, die Kernzone zu zerstückeln oder gar aufzulösen." Die Waldweilerer hätten lediglich Absicht, dass auf rheinland-pfälzischer Seite die Grenze der Kernzone "um wenige Meter geändert wird". Damit spielt Rauber darauf an, dass es im Saarland keine Kernzone gibt. Das heißt: Am Schimmelkopf, wo die Weiskirchener ihre vier Windräder aufstellen wollen, gilt das Verbot nicht mehr. "Es ist auch davon auszugehen, dass das Weiskirchener Vorhaben in absehbarer Zeit umgesetzt wird. Die Schillinger müssten sich dann also ohnehin an den Anblick von Windrädern gewöhnen", argumentiert Rauber.
Grundsätzlich habe er zwar Verständnis dafür, "wenn es Nachbargemeinden geben sollte, die sich nicht mit der Windenergie identifizieren können oder wollen, sagt der SPD-Politiker weiter. "Wenn wir künftig in unserer Verbandsgemeinde Kell aber über Windkraft nachdenken, dann muss diese auch dort entstehen, wo die Windhäufigkeit am größten ist. Das ist nun aber mal nicht irgendwo im Flachland und weit weg von Schillingen, sondern auf dem Höhenzug des Hochwaldes", so Raubers Standpunkt. Der Waldweilerer Gemeindechef ist der Auffassung, dass man nun erst einmal abwarten sollte, zu welchen Ergebnissen das Fachbüro "BGH Plan" in Trier kommt. Dessen Mitarbeiter sollen im Auftrag der VG Kell bis Anfang 2012 Empfehlungen für künftige Windkraft-Standorte im VG-Gebiet geben. "Anschließend können wir weiter entscheiden. Alles andere ist unnötiger Wind", so Rauber.

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