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Waldweilers Windkraftpläne bleiben wacklig

Waldweilers Windkraftpläne bleiben wacklig

Der Gemeinderat Waldweiler (Verbandsgemeinde Kell) hat einstimmig das Angebot der Windkraftfirma "Juwi" angenommen. Sie will für 35 Millionen Euro drei Räder auf dem Teufelskopf aufstellen, was der Kommune jährliche Einnahmen von 300 000 Euro bringen würde. Hinter der Genehmigung steht aber noch ein Fragezeichen.

Waldweiler. (ax)"Wir wissen, dass noch ein harter, steiniger Weg vor uns liegt. Wir bleiben aber an der Sache dran, weil wir nur profitieren können." Mit dieser Aussage hat Ortsbürgermeister Manfred Rauber (SPD) den Wunsch der Gemeinde Waldweiler nach Windrädern am Mittwochabend erneut deutlich gemacht. Der Rat hatte sich zuvor einstimmig dafür ausgesprochen, das Angebot des Anlagenherstellers "Juwi" anzunehmen. Das Unternehmen will im Waldweilerer Gemeindewald für 35 Millionen Euro drei Windräder aufstellen - und zwar im Bereich des Teufelskopfs auf dem Grenzkamm zum Saarland.

Sie könnten Teil eines länderübergreifenden Windparks mit insgesamt acht Anlagen werden, den die Waldweilerer zusammen mit der Gemeinde Weiskirchen planen (der TV berichtete). Laut Michael Luer von "Juwi" haben die Räder eine Gesamthöhe von 198 Metern. Eine Anlage würde circa 15 Millionen Kilowattstunden pro Jahr leisten und damit 4500 Haushalte mit Strom versorgen. Von besonderem Interesse war für den Rat aber das finanzielle Angebot, das "Juwi" macht. Die Gemeinde hätte als Eigentümer der Flächen pro Rad und Jahr Pachteinnahmen von 100 000 Euro sicher - insgesamt also 300 000 Euro. "Diese Hausnummern würden natürlich eine große Gewinnspanne für unsere Gemeinde bedeuten. Außerdem tragen wir mit grünem Strom zur Umweltentlastung bei", so Rauber.

Der Waldweilerer Rat stellte sich geschlossen hinter die Pläne. Die Mitglieder Hermann Jost (SPD) und Franz-Jürgen Mertens (FWG) wollten von Keller VG-Bürgermeister Werner Angsten (CDU) jedoch wissen, wie er zu dem Wunsch der Waldweilerer steht. Der Rathauschef betonte, "dass wir uns im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bewegen müssen. Deshalb kann ich Ihnen heute auch keine unterstützende Zusage machen."

Angsten verwies dabei vor allem auf die höchste Hürde, die dem Waldweilerer Projekt im Weg steht: Der Teufelskopf liegt in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück, die bislang für Windräder absolut tabu ist. Außerdem hat die Planungsgemeinschaft Trier erst im Dezember 2010 festgelegt, dass bis Ende 2013 im regionalen Raumordnungsplan keine weiteren Windkraft-Standorte ausgewiesen werden. Laut Luer hoffe Juwi" zwar darauf, schon im Laufe des Jahres 2012 die Genehmigung für die Waldweilerer Anlagen zu bekommen. Außerdem wolle die Firma in Gesprächen mit dem Mainzer Umweltministerium darauf hinwirken, dass in der Naturpark-Kernzone "eine punktuelle Vereinbarkeit mit Windkraft zugelassen wird". Mit Blick auf die geltende Rechtslage bezeichnete Angsten diese Aussagen gestern gegenüber dem TV jedoch als "unseriös". Auch Roland Wernig, Leiter der Planungsgemeinschaft, zeigte sich erstaunt über die Darstellung des Juwi-Manns. Speziell über den Standort Waldweiler habe es mit der Firma noch keine Abstimmungsgespräche gegeben. "Bis Ende 2013 ist die Lage in Kernzone definitiv ein Ausschlusskriterium für Windkraft. Es ist auch davon auszugehen, dass das in Zukunft so bleibt", sagte Wernig auf TV-Anfrage. Dessen ungeachtet können Gemeinden - also auch Waldweiler - schon jetzt ihre Vorschläge machen, wenn ab 2014 möglicherweise neue Standorte in den Raumordnungsplan aufgenommen werden.