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Warum Straßen im Hochwald lange gesperrt sind und es im Wald derzeit gefährlich sein kann

Schwieriges Aufräumen und weiter Schneebruch-Gefahr : Warum Straßen im Hochwald lange gesperrt sind und es im Wald derzeit gefährlich sein kann

Wegen umgestürzter und instabiler Bäume dauert es, Strecken in Hochwald und Hunsrück wieder sicher zu machen. Wer dort parkt, rodelt oder wandert, geht Risiken ein.

Die Landesstraße 151 im Hochwald zwischen Reinsfeld und Osburg ist bereits seit Ende Dezember für den Verkehr gesperrt. Und das wird laut Stefan Moritz, Leiter der Master-Straßenmeisterei Hermeskeil, voraussichtlich bis mindestens zum 15. Januar so bleiben. Auch auf einigen weiteren Strecken am Rösterkopf bei Kell am See/Reinsfeld, auf der L 142 bei Zerf und der L 164 entlang des Erbeskopfes ist zurzeit kein Durchkommen.

Das liegt laut Moritz vor allem am winterlichen Wetter und den Schneemassen, unter denen sich viele Bäume entlang der Fahrbahnen biegen und unvermittelt umzustürzen drohen. „An der L 164 am Erbeskopf ist heute Morgen erst ein Baum unter dieser Last umgekippt“, betont der Leiter der Master-Straßenmeisterei die aktuelle Gefahr für Verkehrsteilnehmer. Die Sperrungen und Warnungen, sagt er, seien keinesfalls übertrieben: „Es ist dort derzeit wirklich lebensgefährlich.“

Auch, dass die meisten betroffenen Strecken wohl erst nach dem 15. Januar wieder freigegeben werden könnten, habe einen guten Grund: „Auf manchen Strecken sind mehr als 100 Bäume umgefallen. Weitere hängen bedrohlich über der Fahrbahn.“ Die geschätzten Räumzeiten seien so lang, weil es derzeit einfach zu gefährlich sei, Forstarbeiter allein dafür einzusetzen. Die umsturzgefährdeten Bäumen könnten zurzeit nur mit einem Harvester, einer speziell für die Holzernte eingesetzten Maschine, entfernt werden. „Dort sitzt nur ein Mann in der Fahrerkabine, die besonders stabil und geschützt ist.“ Arbeiter könnten hinter der Maschine herlaufen und kleinere Äste wegschneiden. Doch von diesen Harvestern sei momentan nur einer verfügbar. Dieser sei seit Dienstag auf der L151 untetwegs, die als eine der Hauptverkehrsachsen im Hochwald Priorität habe. „Wir wollen sie bis zum 15. Januar freigeben, aber das ist ein sportliches Ziel“, sagt Moritz.

Schwieriger werde es, sollte sich die Wetterlage nochmals ändern. „Zurzeit ist es fast windstill. Aber nimmt der Wind zu und gibt es neuen Schnee, dann werden weitere Bäume umfallen“, warnt Moritz. Gefahr bestehe aktuell aber nicht nur für Verkehrsteilnehmer auf der Straße, sondern generell in verschneiten Waldgebieten. Deshab sollte auch an nicht gesperrten Zufahrten zu Waldwegen momentan kein Auto abgestellt werden: „So schade es auch ist, aber die Leute sollten im Moment lieber zu Hause bleiben.“

Wegen Schneebruch-Gefahr sind auch beliebte Wanderwege im Hochwald gesperrt. Seit Mittwoch gilt dies laut der Touristinformation Hermeskeil beispielsweise für die Traumschleife Frau Holle und Teile des Saar-Hunsrück-Steigs bei Reinsfeld. Auch das Nationalparkamt HunsrückHochwald rät dringend dazu, die dortigen Wälder wegen hoher Schneebruch-Gefahr vorerst zu meiden.

Beeindruckende Winterkulisse: Doch von Touren im verschneiten Wald raten Forstämter und das Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald derzeit dringend ab.  Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Weil schnee- und rodelbegeisterte Besucher zuletzt in großer Zahl die Hänge im Hochwald und Hunsrück bevölkert haben und Corona-Regeln teilweise nicht beachtet wurden, sind am Wochenende auch viele offizielle Parkplätze an beliebten Ski- und Rodelpisten gesperrt. Die Ordnungsbehörden der betroffenen Landkreise und Verbandsgemeinden haben verstärkte Kontrollen für das kommende Wochenende angekündigt.

Auch das Polizeipräsidium Trier teilt mit, dass Beamte am Erbeskopf und Rösterkopf „verstärkte Präsenz“ zeigen werden. „Das Parken außerhalb geschlossener Ortschaften auf der Fahrbahn oder am Fahrbahnrand sowie das Zustellen von Einfahrten und Kreuzungen ist nicht erlaubt. Vor allem wenn Rettungswege zugeparkt sind, kann das schlimme Folgen haben“, sagt Präsidiumssprecher Karl-Peter Jochem in einer Mitteilung vom Freitag. Autofahrer müssten in diesen Fällen mit empfindlichen Bußgeldern rechnen. Kontrolliert werde außerdem die Einhaltung der Corona-Regeln. Auch hier könnten Bußgelder ab 50 Euro verhängt werden. Die Polizei bittet: „Meiden Sie beliebte Ausflugsziele und andere Menschenansammlungen, halten sie den Mindestabstand ein und tragen Sie Mund-Nasen-Bedeckung.“