Waschen, legen, föhnen im Pflegeheim

Konz · Neben dem Kloster Karthaus rollen die Bagger: Der Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes baut in der Parkanlage für 9,4 Millionen Euro ein neues Pflegeheim. Besucher und Bewohner können sich dort frisieren lassen.

 Die Bäume sind weg, die Arbeiten laufen: Das Deutsche Rote Kreuz errichtet im Klosterpark ein neues Seniorenheim. TV-Fotos (2): Christian Kremer

Die Bäume sind weg, die Arbeiten laufen: Das Deutsche Rote Kreuz errichtet im Klosterpark ein neues Seniorenheim. TV-Fotos (2): Christian Kremer

Foto: (h_ko )

Die Bäume im Karthäuser Klosterpark sind weg. Wo früher eine Wiese war, wartet heute eine planierte Erdschicht darauf, dass die Arbeiter dort die Bodenplatte für das neue Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gießen. Der DRK-Landesverband hat mit den Vorbereitungen für den Bau des 9,4 Millionen Euro teuren Gebäudes begonnen. Auf vier Stockwerken sollen künftig 85 Bewohner unterkommen.

Wie das Ganze später aussehen soll, ist auf dem Baustellenschild zu sehen, das an der Klostermauer in der Brunostraße hängt - gegenüber von der Tankstelle, dort, wo eine Lücke in die Mauer gerissen wurde, damit die Fahrzeuge auf das Baustellengelände kommen.

Beim Vor-Ort-Termin auf der Baustelle erklärt DRK-Landesgeschäftsführerin Anke Marzi den Ablauf: Die Rodungs- und Erdarbeiten sind gelaufen, eine Baustellenzufahrt von der Brunostraße ist fertig. "Wir gehen davon aus, nach den Sommerferien im Jahr 2018 hier einziehen zu können", sagt Marzi.

Geheizt wird das neue Gebäude mit der Holzhackschnitzelheizung der Verbandsgemeinde Konz, die im Keller der benachbarten Schulmensa untergebracht ist. Die Verhandlungen mit den Verbandsgemeindewerken Konz laufen laut DRK. Um das neue Pflegeheim mitversorgen zu können, muss die Heizung erweitert werden. Neben der Holzhackschnitzel-Anlage entstehen ein Blockheizkraftwerk und ein Gaskessel, um die Kapazität zu erhöhen. Schließlich ist das Seniorenheim im Gegensatz zu der Grundschule ganztägig und -jährig auf die Heizung angewiesen ("Riesenofen soll zweites Altenheim mitversorgen", TV vom 17. Dezember).

Das Architekturbüro Horn aus Mainz hat die Flure so konzipiert, dass sie in den einzelnen Wohngeschossen als Rundwege funktionieren, erklärt das DRK. So will der Verband den Bewegungsdrang demenzkranker Bewohner befriedigen. Die Rundwege sollen in gemeinschaftlichen Aufenthaltsräumen münden. "Balkone und Dachterrassen laden zum Verweilen mit Blick auf den Klosterpark ein", heißt es in der idyllischen Beschreibung des DRK weiter. Im Erdgeschoss werden auch ein Café und ein Friseur untergebracht. Diese stehen laut DRK-Landesgeschäftsführerin Marzi offen für alle Bürger: "Wir stellen den Raum zur Verfügung. Was der Friseur daraus macht, ist seine Sache."

Das gefällt dem Karthäuser Quartiersmanager Dominik Schnith besonders. "Für Karthaus ist es wichtig, dass die Zukunft des Seniorenheims gesichert ist", sagt er. Schnith weist auch darauf hin, dass ein Stück Parkfläche verloren gehe, das künftig fehlen werde. Aber: "Das, was Positives hinzukommt, wiegt das ein Stück weit auf."

Damit spielt Schnith darauf an, dass die Verbandsgemeinde Konz den Klosterbach, der unterirdisch mit Rohren unter dem Park verläuft, an die Oberfläche holen will. Diese Renaturierung ist schon seit 2010 geplant. Alle drei Bauabschnitte zwischen dem Wohngebiet Roscheid und dem Karthäuser Klosterpark kosten voraussichtlich rund zwei Millionen Euro. Laut Michael Naunheim, Pressesprecher der Konzer Verwaltung, richtet sich die Verbandsgemeinde Konz beim zweiten Bauabschnitt im Klosterpark nach den Fortschritten am DRK-Gebäude. Es sei angedacht, im September oder Oktober mit der Arbeit zu beginnen.

Letzter Schritt auf der Großbaustelle ist der Abriss des alten Pflegeheims, wenn die Einrichtung und die Bewohner ins neue Haus umgezogen sind. Dieser ist laut DRK-Kreisgeschäftsführer Michael Decker nicht vor 2019 geplant. Anstelle des Pflegeheims könnte laut Decker ein Komplex für Betreutes Wohnen entstehen.
Ein Video zum Thema unter
volksfreund.de/extraKLOSTERBACH ZWISCHEN ROSCHEID UND KARTHAUS

Von der Gesamtlänge des Klosterbachs (1130 Meter) verlaufen 460 Meter in unterirdisch verlegten Betonrohren. Dazu gehört auch der 110 Meter lange Teilabschnitt Klosterpark. Michael Naunheim, Pressesprecher im Konzer Rathaus, meint: "Über diese Länge befindet sich der Klosterbach in keiner Weise in einem natürlichen Zustand." Gerade im ehemaligen Klosterpark bringe die Freilegung des Baches gleich mehrere Vorteile mit sich: Der freigelegte Bach bringe zum Beispiel einen großen Erholungs- und Ausgleichsfaktor mit Freizeitfaktor für die Besucher des Klosterparks mit sich, argumentiert Naunheim. Die Grundschule St. Johann profitiere durch ein "Grünes Klassenzimmer", in dem Schüler viel über die Natur lernen könnten.