Dorfentwicklung: Wasser, Elektrik und Datenstrom

Dorfentwicklung : Wasser, Elektrik und Datenstrom

Alles soll auf dem Gau schneller und zuverlässiger fließen: Ortsgemeinde Merzkirchen freut sich über Leitungsausbauten, die jetzt beginnen.

Wenn der Merzkirchener Ortsbürgermeister Martin Lutz Informationen verschicken will, sagt er schon mal zum TV: „Das mach’ ich lieber per Fax.“ Er traut der ultralahmen Leitung seines Internetanschlusses nicht mehr.

Doch es gibt Hoffnung. Fast vor seiner Haustür in Körrig stehen Kabeltrommeln. Darauf aufgewickelt ist die Zukunft der Datenübertragung auf dem Saargau. Darüber informierte der Ortschef den Merzkircher Ortsgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Genutzt werden soll der glückliche Zufall, dass gleichzeitig Leitungen für Wasser und Strom verlegt werden.

„Der Ausbau des Glasfasernetzes beginnt Anfang Oktober in Körrig“, versichert Lutz. Denn die Wasserversorgung Saar-Obermosel (WSO), eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), verlegt von Fisch kommend bis nach Bilzingen eine neue Wasserleitung. An diese Arbeiten hängt sich der Energieversorger RWE mit der Verlegung eines 20 Kilovolt (KV) Stromkabels dran. Parallel dazu wird ein Leerrohr für Glasfaser in den Boden gebracht, womit die Notwendigkeit, eine Nachricht auszudrucken und dann per Fax zu verschicken, endgültig ad acta gelegt werden kann.

Eine weitere Leitung, die im Rahmen des NGA Breitausbandausbaus im Landkreis folgt, führt über den Hosteberg nach Körrig und in die übrigen Ortsteile Merzkirchens. Mit dem Begriff NGA (Next Generation Access- Zugang der Zukunft) werden Zugangsnetze bezeichnet, welche die kupferbasierten oder koaxialen Infrastrukturen teilweise oder ganz durch Glasfaserleitungen ersetzen. Mit solchen Netzen werden Geschwindigkeiten von 50 Megabit pro Sekunde und mehr beim Herunterladen von Daten erreicht. „Beide Leitungen werden in Körrig zusammenlaufen“, freut sich Lutz.

Im zweiten großen Block dieser Sitzung, der Beratung von Investitionsmaßnahmen für den Zeitraum von 2019 bis 2020, hängt die Ortsgemeinde bei den aufzubringenden Beträgen noch weitestgehend in der Luft. „Die Summen sind im Investitionsprogramm veranschlagt, damit wir reagieren können“, erklärt Lutz.

So baut der Landkreis im nächsten Jahr, nach mehrfachem Bitten Merzkirchens, im Ortsteil Portz einen Gehweg talseits der Ortslage entlang der K 121 zur Bushaltestelle. Die Ortsgemeinde beteiligt sich an den Baukosten und übernimmt die Kosten für die Straßenbeleuchtung. Dafür stehen vorsorglich 23 000 Euro im Plan.

Geplant ist ferner der Endstufenausbau im Baugebiet Portzer Weg in Kelsen für geschätzte 163 000 Euro. Hier sollen Ausbaubeiträge in die Gemeindekasse zurückfließen und damit den Betrag mindern. Doch der Baubeginn steht wegen ungeklärter Grundstücksfragen noch nicht fest.

Wie groß der finanzielle Brocken für Merzkirchen beim Ausbau der K 123 und K 112 in der Ortslage Körrig und die K 120 in Merzkirchen in den Jahren 2020 und 2021 wird, kann Martin Lutz ebenfalls nicht beziffern: „Hier wird die Ortsgemeinde sicherlich bei einigen Teilmaßnahmen mit im Boot sein.“ Erste Planungen sollen den Bürgern dieser Orte bereits im November oder Dezember vorgestellt werden.

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