Wasserliescher wollen Lärmschutz

Die Gemeinde Wasserliesch hat per Resolution beim Landesverkehrsministerium einen Lärmschutzwall für die B 419 gefordert. Laut dem Antwortschreiben von Minister Hendrik Hering reichen die bereits eingebauten Lärmschutzfenster aus.

 Das Gerumpel der Lastwagen hinterlässt sichtbare Spuren an der Hausfassade. TV-Foto: Christian Kremer

Das Gerumpel der Lastwagen hinterlässt sichtbare Spuren an der Hausfassade. TV-Foto: Christian Kremer

Wasserliesch. "Morgens zwischen fünf und acht Uhr fahren die ganzen Laster in Richtung Luxemburg", sagt Peter Trierweiler, der am Ende der Reinigerstraße in Wasserliesch wohnt. Der Rentner leidet wie andere Anlieger an der benachtbarten B- 419-Ortsumgehung. Der Bundesstraßenlärm ist hier unüberhörbar. Immerhin rollen laut Landesverkehrsministerium 11 700 Fahrzeuge täglich an Wasserliesch vorbei.

Einige der Anwohner beschwerten sich bei Ortsbürgermeister Herbert Rauch (CDU) über den Straßenlärm. Der Antrag für einen Lärmschutz beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) brachte die Gemeinde 2010 nicht weiter (der TV berichtete). Einvernehmlich reichten daraufhin alle Fraktionen des Gemeinderats - CDU, SPD und Wählergruppe Schuh - eine Petition beim rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium ein. Darin bitten sie um einen Lärmschutzwall für die B 419 entlang der gesamten Ortslage Wasserliesch.

Im Antwortschreiben erläutert Minister Hendrik Hering, dass der LBM die Lärmsituation überprüft habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass die bestehenden Schallschutzmaßnahmen ausreichen. Die beim Bau der Ortsumgehung - Anfang der 1990er Jahre - vom Bund bezahlten Schallschutzfenster für die Anwohner entsprächen noch den gesetzlichen Vorgaben. "Ursächlich hierfür ist der trotz der Verkehrszunahme deutlich gesunkene LKW-Anteil", argumentiert Hering.

Laut der Untersuchung des LBM sind tagsüber drei Prozent der Fahrzeuge LKW, nachts vier Prozent - früher sei man von acht bis zehn Prozent LKW bei 7000 Fahrzeugen ausgegangen.

Für Rausch spielt es keine Rolle, wie viele LKW es sind. Die Gemeinde wolle sich mit der Antwort des Ministeriums nicht zufriedengeben. Konkrete Schritte wurden jedoch noch nicht beschlossen.

LBM kündigt Brückensanierung an



Anwohner Trierweiler hat sich mit der Situation abgefunden. Er öffnet seine Fenster wegen des Lärms nur noch selten zum Lüften. Er hat aber noch ein weiteres Problem. Der Rentner denkt, dass die Erschütterungen durch vorbeifahrende LKW sein Haus beschädigt haben. Ein Riss zieht sich an der Fassade entlang vom Boden bis in den ersten Stock. Schuld daran sei ein Straßenschaden. Die Brücke vor seiner Haustür, unter der ein Fuß- und Radweg zur Mosel führt, ist ein wenig höher als die normale Fahrbahn. Die Dehnungsfuge ist aufgerissen, die Fahrbahndecke hat einen Absatz. Wenn LKW darüber poltern, vibriere das ganze Haus, sagt Trierweiler.

Der LBM hat auf TV-Anfrage angekündigt, diese Unregelmäßigkeit noch im Frühjahr 2011 zu beheben. Eine Generalsanierung der Brücke folge in den nächsten Jahren.

Dann poltern zwar die LKW nicht mehr, aber das Haus von Trierweiler ist noch nicht repariert. Ob er die Reparatur alleine bezahlen müsste, oder ob ihm der Bund als Straßenbaulastträger finanziell unterstützt, steht noch nicht fest. "Das übliche Verfahren bei solchen Schadensfällen ist, dass der Betroffene sich an die zuständige regionale Dienststelle des LBM wendet und den Schaden meldet", sagt LBM-Sprecherin Verena Blümling. Der LBM Trier prüfe dann, ob der Bund haftbar gemacht werden könne.

Meinung

Eine Messung hilft weiter

Gefühlt ist der Verkehr immer lauter, als Hochrechnungen auf der Basis von Verkehrszählungen das wiedergeben. Der LBM sollte die tatsächlichen Spitzenwerte in den LKW-Stoßzeiten messen. Vielleicht ist dann doch eine Nachbesserung in Sachen Lärmschutz drin. Erst nach einer richtigen Messung sind die Werte glaubhaft zu vermitteln. c.kremer@volksfreund.de

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