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Wasserstoff marsch! In Zukunft Gas geben

Wasserstoff marsch! In Zukunft Gas geben

Wasserstoff gilt als Treibstoff der Zukunft. Allerdings stellt das flüchtige Gas hohe Anforderungen an die Sicherheit der Tanks. Thomas Andreas aus Temmels ist für die Entwicklung von Schutzsystemen für Wasserstofftanks mit dem "f-cell-Award" ausgezeichnet worden, der in Fachkreisen als "Oscar" der Brennstoffzellen-Technologie gilt.

Lintgen. (daj) Auf Bildern zeigt Thomas Andreas die verheerenden Folgen eines Brandes, als vor fünf Jahren im Saarbrücker Busdepot ein Erdgas-Tank eines der Fahrzeuge explodierte und die Halle derart stark beschädigte, dass sie abgerissen werden musste. Für den jungen Ingenieur aus Temmels war dies der Anlass, sich in seiner Doktorarbeit mit der Sicherheit von Gasbehältern zu beschäftigen. Denn Saarbrücken ist beileibe kein Einzelfall, wie Andreas mit einer langen Liste belegt.

Herkömmliche Erdgas- oder Wasserstoff-Tanks sind mit Schmelzlot-Sicherungen ausgestattet. Schmilzt die Sicherung im Falle eines Brandes, kann das Gas aus dem Behälter entweichen. Eine Explosion wird somit verhindert. Doch diese Systeme sind nicht hundertprozentig zuverlässig. "Da sie nur punktuell am Behälter angebracht sind, reagieren sie sehr träge und mit großer Zeitverzögerung auf Brandeinwirkung", erklärt Thomas Andreas, der im luxemburgischen Lintgen bei der auf technische Gase spezialisierten Firmengruppe Rotarex als Leiter der Abteilung für Forschung und Entwicklung arbeitet.

Die Idee des Ingenieurs besteht nun genau darin, einen hitze-empfindlichen Kunststoff-Schlauch, der mit einem Ventilsystem versehen ist, entlang der Außenseite der Gasbehälter zu verlegen. Im Falle eines Brandes kann der unter Druck stehende Schlauch an jeder beliebigen Stelle bersten. "Dadurch fällt der Druck in ihm schlagartig ab. Dies führt zum Öffnen des Ventils", beschreibt der Entwickler das Prinzip.

Versuche der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung haben gezeigt, dass dies bereits bei niedrigen Temperaturen von 150 Grad Celsius geschieht, während bei herkömmlichen Sicherungen die Temperatur an der Außenwand des Behälters bis auf mehr als 500 Grad Celsius ansteigen kann.

Die Jury des von der Wirtschaftsregion Stuttgart und dem Land Baden-Württemberg vergebenen "f-cell-Award", einem Innovationspreis der Brennstoffzellen-Technologie, hat Thomas Andreas für seine Arbeiten mit dem dritten Preis ausgezeichnet.

Innovationspreis für Technik der Zukunft



"Das Sicherheitssystem leistet einen wichtigen Beitrag im Hinblick auf die Akzeptanz von Brennstoffzellen-Systemen", heißt es in der Begründung.

Neben dem Brandschutz gehören auch Systeme zum Aufspüren undichter Stellen und zum Schutz vor Überfüllung zu den weiteren Entwicklungen des Temmeler Preisträgers.