Weg frei für Markus Franzen

Schillingen hat einen neuen "Regierungschef": In der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats hat der CDU-Politiker Markus Franzen sein Amt als Ortsbürgermeister angetreten und damit Ludwig Bohr (SPD) abgelöst. Allerdings bleiben auch in der kommenden Legislaturperiode beide Beigeordneten-Posten in sozialdemokratischer Hand.

Schillingen. Im 1300-Einwohner-Dorf ist am Donnerstagabend eine Ära zu Ende gegangen und der "Machtwechsel" vollzogen worden. Der am 7. Juni bei der Ortsbürgermeister-Urwahl mit 48 Prozent der Stimmen knapp geschlagene Ludwig Bohr (SPD) hat nach 20 Jahren im Amt den Weg für seinen erfolgreichen CDU-Kontrahenten Markus Franzen frei machen müssen. Die Ernennung und Vereidigung des 41-jährigen Bankkaufmanns zum neuen Ortsbürgermeister von Schillingen stand im Mittelpunkt der Auftakt-Sitzung des neu formierten Gemeinderats.

"Wer sich zur Wahl stellt, muss das Votum der Bürger akzeptieren. Ich habe mein Amt als Ehre empfunden und wünsche meinem Nachfolger eine gute Hand", sagte Bohr, bevor er den Platz für Franzen räumte und als "einfacher Ratsherr" auf die Fraktionsbank der SPD wechselte.

Er freue sich "außerordentlich zumindest in den nächsten fünf Jahren Schillingen dienen zu dürfen." Das waren Franzens Eingangsworte als neuer Gemeindechef. Auf eine eigene Mehrheit kann der 41-Jährige im Rat allerdings nicht bauen. Die CDU bleibt mit sieben Sitzen weiter nur zweitstärkste Kraft. Die SPD hat mit neun Mandaten immer noch die Oberhand. Mit Blick auf diese Konstellation betonte Franzen, "dass wir die Herausforderungen gemeinsam anpacken sollten und Ideen und Vorschläge nicht nur deshalb ablehnen, weil sie nicht aus dem eigenen Lager stammen".

Diesen Ball warf Hans-Albert Schmitt (SPD) jedoch umgehend zurück: "Das war noch nie unsere Art. Eine Zusammenarbeit muss und wird es geben. Das sind wir den Schillinger Bürgern schuldig." Bei den Beigeordneten-Wahlen spielte die SPD ihre Mehrheit aber zu ihren Gunsten aus.

Klar war die Angelegenheit beim ersten Beigeordneten: Schmitt wurde in seinem Amt einstimmig (16:0) bestätigt. Die CDU hatte keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt, weil nach Aussage ihres Spre chers Walter Marx "die Mehrheit im Rat die SPD auch dazu berechtigt, den ersten Beigeordneten zu stellen". Um den Posten des zweiten Beigeordneten gab es hingegen eine Kampfabstimmung. Die CDU schlug Sascha Kohlmann vor, die SPD Ines Geibel-Pazen. Sie setzte sich mit 9:7 Stimmen durch, so dass die SPD auch unter dem neuen CDU-Ortsbürgermeister weiter beide Stellvertreterposten besetzt.