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Weg ins Saarland wird wieder schwieriger

Weg ins Saarland wird wieder schwieriger

Die Winterpause ist abgelaufen und die Straßenbauer sind wieder am Werk. Wegen der Vier-Kilometer-Baustelle auf der A 1 und der neuerlichen Sperrung der Landesstraße von Neuhütten nach Otzenhausen wird für die Autofahrer aus dem Hochwald insbesondere der Weg ins Saarland in den nächsten drei Monaten beschwerlicher.

Hermeskeil/Neuhütten. (ax) Für alle Autofahrer, die auf der A 1 ins Saarland unterwegs sind, wird es wieder eng. Mit sechs Wochen Verspätung hat die Erneuerung der Fahrbahn vom Autobahndreieck Nonnweiler bis zur Landesgrenze an der Lösterbachtalbrücke begonnen. Der ursprünglich für Ende Februar vorgesehene Auftakt der Arbeiten habe sich "aus Witterungsgründen" verzögert, so der Landesbetrieb für Straßenbau (LFS) in Neunkirchen. Nachdem im vorigen Jahr schon die andere Seite einen neuen Belag erhielt, und über den Winter der Verkehr normal fließen konnte, wird nun in Fahrtrichtung Trier auf einer Länge von vier Kilometern gearbeitet.Voraussichtlich bis Anfang Juli bleibt auf diesem Abschnitt die Richtungsfahrbahn Trier inklusive der Anschlussstelle Nonnweiler-Bierfeld gesperrt. In dieser Zeit wird der gesamte Verkehr auf der Gegenseite über vier eingeengte Fahrstreifen - zwei Spuren Richtung Trier, zwei Richtung Saarbrücken - geführt. Mit Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden. So lautet auf TV-Anfrage die Information von Sabine Keinath vom LFS. Vier eingeengte Fahrstreifen auf der Gegenseite

Im Vergleich zur A 1 ist von einer zweiten, "neuen" Straßenbaustelle ins Saarland zwar eine wesentlich geringere Zahl an Autofahrern betroffen. Sie hat aber größere Auswirkungen und sorgt für mehr Ärger. Vom LFS wurde die L 147, der direkte Weg von Neuhütten und Züsch nach Otzenhausen, inzwischen wieder voll gesperrt. Sandhaufen verhindern dort jedes Durchkommen. Die L 147 wird seit Oktober 2007 auf 3,3 Kilometer Länge grunderneuert. Die Sperrung war zwischenzeitlich von Weihnachten bis zum Ende der Osterferien aufgehoben worden, sei nun aber "aus sicherheits- und verkehrstechnischen Gründen" erneut unumgänglich. Die Fahrbahnböschung müsse mit Drahtschotterkörben gesichert und umfangreiche Erdarbeiten bis in eine Tiefe von einem Meter vorgenommen werden, argumentiert der LFS. Bis Ende Juni werden Autofahrer aus Neuhütten und Züsch deshalb zum Umweg über Hermeskeil und Nonnweiler gezwungen. "Dadurch sind viele Leute gekniffen", weiß der Züscher Ortsbürgermeister Hermann Bernardy, dem schon viele Proteste von Pendlern zu Ohren gekommen sind. Denn etliche Einwohner der beiden Dörfer haben im Saarland ihren Arbeitsplatz. Einer von ihnen ist Guido Düpre, der bei "Pizza Wagner" in Otzenhausen beschäftigt ist. "Für mich ist die Situation schon ärgerlich. Ich brauche mehr Zeit und wegen der Spritpreise geht die Sache auch ins Geld. Pro Weg muss ich knapp 15 Kilometer mehr fahren und ich bin eine Viertelstunde länger unterwegs", rechnet der Neuhüttener vor. Noch viel lauter ist die Kritik allerdings jenseits der Grenze. "Wir haben viele Kunden aus Neuhütten und Züsch verloren, die jetzt einfach in Hermeskeil bleiben", klagt Bernd Schneider. Der Inhaber eines Edeka-Markts spricht von "tiefen Einschnitten" für die gesamte Otzenhausener Geschäftswelt und beziffert die Umsatzeinbußen in seinem Betrieb auf 17 Prozent. "Wir mussten deshalb schon eine Vollzeitkraft entlassen", sagt Schneider. Er habe zwar generell Verständnis dafür, dass Straßen neue gemacht werden müssten. "Es gibt aber wesentlich schlechtere Strecken als die L 147. Außerdem verstehe ich nicht, warum man die Bauarbeiten nicht im Sommer macht", sagt der junge Unternehmer. Er fürchtet: "Die Kunden, die weg sind, kommen so schnell nicht wieder."