Wehrleute helfen sich selbst

Die Feuerwehr aus Temmels kann künftig mit zwei Fahrzeugen ausrücken statt wie bisher mit einem - dank des neuen Mannschaftsbusses, den die Temmelser Brandbekämpfer komplett aus Spenden finanziert und eigenhändig umgebaut haben.

Temmels. Wie stark sich die Arbeitsbedingungen der Feuerwehren im Lauf der Zeit verändert haben, zeigt das Beispiel Temmels: War es vor Jahren ein schlichter Geräteanhänger, mit dem die örtliche Wehr zu Einsätzen eilte, steht ihr heute ein motorisiertes Tragspritzenfahrzeug (TSF) zur Verfügung. In den 1990er Jahren löste dann ein geräumiges Gerätehaus das alte ab, das kaum größer war als eine Doppelgarage. Veränderungen gab es auch bei der Einsatzkleidung: Funktionale Jacken und Hosen ersetzten den Blaumann.

Komplett durch Spenden finanziert



Derweil gibt es bei der Temmelser Feuerwehr eine weitere Neuerung: Seit kurzem zählt ein kleiner Bus zu ihrem Fuhrpark.

Das Besondere: Der neunsitzige Ford Transit (Baujahr 1988) ist komplett aus Spenden finanziert worden - und die Spendenbereitschaft im Ort und darüber hinaus war groß. So gehörte das MTF (das Kürzel steht für "Mannschaftstransportfahrzeug") noch bis Herbst 2009 der Feuerwehr im luxemburgischen Monnerich, die ihn ausmustern wollte. "Über einen Bekannten kam die Verbindung zu den Luxemburger Kollegen zustande", berichtet Christian Biermann, Wehrführer in Temmels.

Für einen symbolischen Betrag von einem Euro habe man das Fahrzeug übernommen und dann teilweise umgebaut: Das Blaulicht, das nicht den deutschen Vorschriften entsprach, wurde samt Martinshorn erneuert.

Außerdem wurden die Bordelektrik und der Innenraum überarbeitet. Ein örtlicher Kfz-Betrieb überholte den Motor zum Nulltarif, und eine ebenfalls ortsansässige Werbefirma ließ das Fahrzeug auf eigene Kosten lackieren und beschriftete es. "Ich bin sehr stolz darauf, dass meine Leute die meisten Arbeiten selbst erledigt haben", betont Wehrführer Biermann.

Auch Werner Jakobs, Wehrleiter der Verbandsgemeinde (VG) Konz, lobt das Engagement der Feuerwehrleute und Spender, ohne das der Bus, den auch die Jugendfeuerwehr nutzt, nicht zu realisieren gewesen wäre.

Denn: "Die Ausstattung der örtlichen Feuerwehren richtet sich nach der Risikoklasse der Gemeinde. Auch der Einsatzradius spielt eine Rolle", erklärt Jakobs.

Demnach gehe in Temmels - zumindest von der Rechtslage her - der Fahrzeugbedarf nicht über das übliche Tragspritzenfahrzeug hinaus, einen Mannschaftsbus würde die VG Konz als Feuerwehr-Träger folglich nicht bezahlen. Bei der Dorfkirmes sollen der neue MTF sowie ein ebenfalls von den Spenden angeschaffter Anhänger offiziell ihrer Bestimmung übergeben werden.