Weichenstellung in Wiltingen

Einen richtungsweisenden Entschluss hat der Wiltinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung gefasst: Einmütig wurde das vorliegende Konzept zur Modernisierung des maroden Bahnhofs beschlossen.

Wiltingen. Im Schankraum des Gasthofes Kratz, wo die Gemeinderatssitzung stattfindet, sitzen einige Dorfbewohner und mokieren sich: "In Ägypten haben sie bessere Bahnhöfe", sagt einer der Gäste in humoriger Anspielung auf den skurrilen Wiltinger Straßennamen "In Ägypten". Dies, so hat der Rat nun beschlossen, soll sich mittelfristig ändern. Die durch Tiefbauamtsleiter Thomas Adler vorgestellte Planung wurde auf den Weg gebracht. Funktional, sicher und städtebaulich angepasst soll der neue "Haltepunkt" werden. Die Bahnsteige werden erneuert und erhöht, beiderseitig etwas versetzt auf 140 Meter verlängert und technisch auf den neuesten Stand gebracht. Es wird allerdings keine Über- oder Unterführung geben. Zusätzlich entstehen Kurz- und Langzeit-Parkplätze und "bike&ride"-Plätze für Radler. Der barrierefreie Zugang über Rampen für Menschen mit Handicap, Rollstühlen und Kinderwagen wird gewährleistet. Die Deutsche Bahn als Eigentümer der Gesamtanlage verpflichtet sich zur Unterhaltung. Die technische Modernisierung der Strecke Konz-Saarburg, inklusive der drei Übergänge in Wiltingen, wird sich die Bahn 6,5 Millionen Euro kosten lassen. Während der gesamten Bauphase soll ein reibungsloser Zugverkehr sichergestellt sein. Bei den bahntechnisch nicht relevanten Anlagen liegt die Gestaltungsfreiheit bei der Gemeinde. Im Zuge der Bahnarbeiten kommen erhebliche Kosten auf die Gemeinde zu. Der gesamte Betrag beläuft sich auf fast drei Millionen Euro, wovon die Ortsgemeinde gut 700 000 Euro zu schultern hat; die Verbandsgemeinde steuert einen Zuschuss in Höhe von zehn Prozent der ungedeckten Kosten bei. "Eine nachhaltige Investition in die Zukunft, auf Generationen ausgelegt", sagt Helmut Ayl (SPD). "Das können wir auch über Schulden finanzieren, wenn wir vernünftig wirtschaften", pflichtet ihm Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger bei. "Eine Planung in die Zukunft tragen wir mit, wenn hier und auch beim Kindergartenbau auf die Kosten geschaut wird", ergänzt Josef Eltges (CDU). Ortsbürgermeister Rommelfanger macht deutlich: "Wenn Wiltingen hier nicht mitziehen würde, wäre es mit dem Bahnverkehr als wichtigem Standortfaktor bald ganz vorbei".