Weicher Rasen gegen harten Grund

Der Ball ist noch nicht versenkt: In der Frage der Sanierung des Wellener Sportplatzes ist noch vieles offen. Nun hat der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den Auftrag vergeben, die Kosten für einen neuen Rasenplatz zu ermitteln und eine Planung zu erstellen.

Wellen. Es geht um Sport, es geht um Fußball. Die Diskussion um die Sanierung des Wellener Sportplatzes hat seit der jüngsten Gemeinderatssitzung die nächste Spielphase erreicht. In nichtöffentlicher Sitzung, also quasi einem Geisterspiel, haben die Mitglieder des Gemeinderats den Auftrag zur Planung und Kostenermittlung eines neuen Rasenplatzes vergeben.

Bislang stand die grob geschätzte Kostensumme von etwa 256 000 Euro im Raum und war Grundlage dafür, dass der Kreis die Wellener auf Platz eins seiner Sportanlagen-Förderliste gehievt hat. Nun gehe es aber um belastbare Zahlen für eine Genehmigungsplanung, erläuterte Joachim Weber, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde, auf TV-Anfrage. Sie dienten als Grundlage für den noch ausstehenden Förderantrag beim Land.

Dostert: An der Grenze des Zumutbaren



Sollten die nun zu ermittelnden Kosten höherliegen als die bislang geschätzten, muss auch die Gemeinde Wellen über das Sanierungsprojekt neu nachdenken. "Wir liegen mit der bisherigen Summe schon an der Grenze dessen, was sich die Gemeinde zumuten kann", sagte Ortsbürgermeister Hans Dostert im TV-Gespräch. Er hofft, dass sich die Ausgaben im Rahmen halten. "Ich würde das Projekt nicht gerne sterben lassen." Schließlich sei ein guter Sportplatz ein Aushängeschild für den Ort. Derzeit sei es bereits so, dass befreundete Vereine wegen des Hartplatzes nicht mehr zum Spiel kommen wollten. Bereits in öffentlicher Sitzung wurden allerdings auch kritische Stimmen zu dem Vorhaben laut, Gegenspieler führten neue Argumente ins Feld. Beigeordneter Dietmar Haag (CDU) machte die angespannte Haushaltslage der Gemeinde deutlich. Vor drei Jahren habe die Gemeinde 600 000 Euro Schulden gehabt, jetzt gehe es um 1,3 Millionen Euro. Jedes Jahr steige die Schuldenlast um etwa 250 000 Euro. "Die Frage ist: Hat der Rasenplatz die höchste Priorität? Oder gibt es andere Projekte im Dorf, die wichtiger sind?", fragte Haag rhetorisch. Sozialdemokrat und Beigeordneter Michael Molz nahm den Pass auf und stellte klar: "Die Priorität eins hat der Anwalt gegen den Bergversatz." Der Spielbetrieb auf dem Tennenplatz könne auch für kleines Geld aufrechterhalten werden. Auch Mannschaftskollegin und SPD-Teamchefin Margret Schmitt spielte im TV-Gespräch in die gleiche Richtung. Die Bemühungen gegen den Bergversatz kosteten viel Geld. Zudem sei zu prüfen, wie groß der Bedarf nach einem Rasenplatz auch in der mittelfristigen Zukunft sei. Ortsbürgermeister Dostert führte den Spielball wieder in die Gegenrichtung. "Der Sportplatz be- oder verhindert nicht das Streben gegen den Bergversatz", sagte er dem TV. "Wir können nicht hingehen und sagen, wir haben nur noch das Thema Bergversatz und machen sonst nichts mehr im Dorf. Dann dürften wir keinen Cent mehr investieren."

Zudem hat der Rat beschlossen, die Erneuerung der Flutlichtanlage in die Sanierung des Sportplatzes aufzunehmen - vorausgesetzt, an dem Projekt werde weiter festgehalten und der Ball bleibe im Spiel.