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Wein gibt es auch im Hochwald: Züscher Kreativ- und Genusstage starten am Sonntag

Wein gibt es auch im Hochwald: Züscher Kreativ- und Genusstage starten am Sonntag

Die Züscher Kreativ- und Genusstage starten am Sonntag mit der fünften Weinerlebnis-Wanderung. Alle sechs rheinland-pfälzischen Anbau-Regionen sind dabei vertreten. Ein besonderer Gast gibt sich die Ehre.

Weine probieren im Hochwald? Anfangs wurde die Idee belächelt. Doch sehr schnell erwies sich die Züscher Weinerlebnis-Wanderung als Erfolgsgeschichte. Schon bei der Premiere 2013 wanderten mehr als 600 Weinfreunde mit. Ein Jahr später waren es an die 1000 und 2016 - trotz des verregneten Nachmittags - etwa 1200 Menschen. Für die Organisatoren eines Fördervereins (siehe kleiner Artikel unten) der schönste Beweis, dass sie richtig liegen mit ihrem Angebot.

Dabei war es anfangs nur "eine flapsige Idee", räumt Jörg Weber ein. Ein Kurzurlaub an der Ahr, wo es beliebte Rotweinwanderungen gibt, hatte ihn darauf gebracht, die Züscher Kreativ- und Genusstage ähnlich zu bereichern. In Ulrich Frohn, genau wie er Mitglied des Heimatvereins und des Ortsgemeinderates, fand er einen engagierten Unterstützer. Züsch sei zwar keine Weingegend, liege aber inmitten namhafter Weinanbaugebiete. Und dem tragen sie inzwischen auch ohne Einschränkung Rechnung. Gab es im ersten Jahr Weine aus vier rheinland-pfälzischen Regionen zu probieren, so sind seit 2014 alle sechs vertreten: Nahe, Pfalz, Mosel, Ahr, Rheinhessen und Mittelrhein. Teilnehmer der Weinerlebnis-Wanderung könnten sie alle "bereisen". Denn sie können wählen aus etwa 40 verschiedenen Weinen unterschiedlicher Rebsorten: vom Mosel-Riesling bis zur rheinhessischen Huxelrebe und von Burgunder und Weißherbst bis zu Gewürztraminer, Bacchus oder Domina. Abgesehen davon dürfen sich Teilnehmer am Sonntag, 1. Oktober, auf Annika I. freuen, die Weinkönigin aus Burgen bei Veldenz, und auf Sekt am Sektstand der evangelischen Kirche mit ihrer seltenen Spanischen Orgel, deren Trompetenpfeifen in den Kirchenraum ragen.

Prall gefüllt ist auch das Programm der Kreativ- und Genusstage, deren Kurse meist ausgebucht sind. "Ohne die Ortsvereine wäre beides nicht machbar", betonen Weber und Frohn. Die Vereine stellen Wegewarte und -Ausschilderer, Helfer an den Ständen und für Auf- und Abbau. Jeden Weinstand betreut ein anderer Verein, der zudem Spezialitäten von Spießbraten bis Forelle anbietet. Da sie alle an einem Strang ziehen, können die Angebote ohne Zuschuss der Gemeinde finanziert werden: aus Teilnahmegebühren, Essen- und Getränkeverkauf und dank unentgeltlich zupackender Helfer, Kuchenbäcker oder Kursleiter. Die Züscher Künstlerin Stimmler wolle beispielsweise gar nichts haben für ihre Kindermalkurse. Auch das weiß Weber sehr zu schätzen. Denn bis auf zwei engagierte örtliche Unternehmen gebe es in ihrem Dorf nicht wie andernorts eine Vielzahl von Sponsoren: "Das muss sich alles tragen."