Weiskircher Gemeindechef verteidigt Windkraft-Pläne

Weiskircher Gemeindechef verteidigt Windkraft-Pläne

Der umstrittene Windkraftstandort Teufelskopf/Schimmelkopf sorgt weiter für viel Diskussionsstoff. Der Bürgermeister von Weiskirchen, Werner Hero (CDU), findet es völlig unverständlich, dass die CDU-Fraktion im Keller Verbandsgemeinderat seiner Kommune ein "falsches Spiel" vorgeworfen hat.

Weiskirchen/Kell. "Wir sind schon etwas empört. Denn die Vorwürfe entbehren jeglicher Grundlage." So reagiert der Weiskircher Bürgermeister Werner Hero auf die Aussagen, die von seinen CDU-Parteifreunden aus der Verbandsgemeinde (VG) Kell kommen.
Der Schillinger Ortschef Markus Franzen hatte namens der Keller CDU-Fraktion gesagt, dass die Weiskircher bei ihren Plänen für einen Windpark auf dem Grenzkamm des Schwarzwälder Hochwaldes - im Bereich Teufelskopf/Schimmelkopf - ein "falsches Spiel" betrieben haben (der TV berichtete). Die Weiskircher wollen auf ihrem Gebiet (Schimmelkopf) vier Räder bauen. Sie planen ein Gemeinschaftsprojekt mit der Ortsgemeinde Waldweiler (VG Kell), die am Teufelskopf drei Anlagen aufstellen will.
Die Keller CDU hat sich nun aber klar dafür ausgesprochen, dass sie Windräder in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück ablehnt. Diese Kernzone reicht aber nur bis zur Landesgrenze. Denn im Saarland gibt es - anders als in Rheinland-Pfalz - eine Naturpark-Kernzone nicht. Deshalb betont Hero: "Wir arbeiten seit Jahren mit den Waldweilerern zusammen, haben aber vereinbart, dass jeder seinen eigenen Weg geht, um gemeinsam einen Windpark zu errichten."
Insofern weist Hero die Aussage von Franzen zurück, wonach die Weiskircher behauptet hätten, dass in Waldweiler sowieso gebaut wird.
Hero macht noch einmal deutlich, dass die Weiskircher auf ihrer Seite das Verfahren zur Windkraft-Nutzung auf dem Schimmelkopf schon weit vorangetrieben haben. Die Baugenehmigung für ihre vier Räder werde voraussichtlich im Sommer erteilt. Zuvor soll ein Fachmann untersuchen, inwiefern die Mopsfledermaus die Weiskircher Windkraftpläne tatsächlich tangiert. Im Rahmen eines von der VG Kell beauftragten Gutachtens wurden in diesem Gebiet sogenannte Wochenstuben des streng geschützten Tiers gefunden. In deren Fünf-Kilometer-Umkreis ist normalerweise der Bau von Windrädern tabu.
Die Weiskircher hätten aber nach wie vor das Problem, dass sie nicht wissen, wo sich diese Wochenstube genau befinden soll, so Hero. Die VG Kell habe diese Daten den Weiskirchern bisher nicht zur Verfügung gestellt. Ungeachtet dieser Unsicherheiten wurde am Schimmelkopf schon gerodet. Diese Arbeiten sind abgeschlossen. Dass Franzen deshalb die Weiskircher als "skrupellose Naturzerstörer" bezeichnet hat, stößt auf Heros heftigen Widerspruch. "Wenn wir keine Baugenehmigung für unsere Räder bekommen sollten, dann forsten wir natürlich wieder auf. Wir lassen uns aber nicht vom Schillinger Ortsbürgermeister vorschreiben, was wir in unserem Wald zu machen haben", so Hero abschließend. ax