Weiskircher Windkraftpläne erregen großen Widerstand

Weiskircher Windkraftpläne erregen großen Widerstand

Der Schillinger Rat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit den Windkraftplänen der saarländischen Gemeinde Weiskirchen beschäftigt und darüber empört gezeigt. Für die geplante Errichtung von vier Rädern sollen im Wald am Schimmelkopf bald die Rodungsarbeiten beginnen. Dabei liege noch gar keine Baugenehmigung vor, so die Kritik aus Schillingen.

Schillingen/Weiskirchen. Die Schillinger Gemeindevertreter sind sauer, und deshalb packt Ortsbürgermeister Markus Franzen (CDU) seine Kritik auch in markige Worte: "Das Maß ist voll. Die Verlogenheit in Sachen Natur- und Umweltschutz ist kaum noch zu ertragen. Auf der einen Seite fordern Politiker den Schutz von Natur und Umwelt, den Erhalt unserer Kulturlandschaft sowie den Erhalt des Lebensraums unserer Tierwelt. Diese will man schützen. Die selben Politiker ermöglichen aber gleichzeitig zu Gunsten der geldgierigen Windkraftlobby die maßlose und unverantwortliche Zerstörung unserer Landschaft."
Was Franzen so erregt, sind die aktuellen Entwicklungen bei den Windkraftplänen der saarländischen Gemeinde Weiskirchen. Diese will auf dem Schimmelkopf vier Räder errichten. Die wie Schillingen in der Verbandsgemeinde (VG) Kell gelegene Ortsgemeinde Waldweiler will mit Weiskirchen einen gemeinsamen Windpark umsetzen und ihrerseits am nahen Teufelskopf drei weitere Räder aufstellen.
In der VG Kell ist aber noch nicht klar, ob sich die Waldweilerer Pläne am Teufelskopf überhaupt realisieren lassen. Der Grund: Unweit von Waldweiler wurde die Wochenstube einer Mopsfledermaus gefunden. Zu deren Schutz ist im Fünf-Kilometer-Radius der Bau von Windrädern tabu (der TV berichtete).
Gleichwohl, so Franzen, habe er die Information, dass die Gemeinde Weiskirchen für den beabsichtigten Bau ihrer Anlagen "in den nächsten Tagen eine 3,5 Hektar große Waldfläche am Schimmelkopf vorsorglich roden möchte". Franzen nennt das eine "besorgniserregende Situation". Der Schutzradius für Mopsfledermäuse gelte auch im Saarland. "Das scheint die Verantwortlichen dort jedoch nicht zu interessieren", kritisiert Franzen. Außerdem liege noch überhaupt keine Baugenehmigung für die Räder am Schimmelkopf vor.
Im Auftrag des Schillinger Rats hat Franzen deshalb einen Brief an den Weiskircher Bürgermeister Werner Hero (CDU) verfasst.
Darin wird die saarländische Gemeinde dazu aufgefordert, "von der Rodungsgenehmigung an exponierter Lage am Schimmelkopf keinen Gebrauch zu machen". Die Schillinger gehen sogar noch einen Schritt weiter und verlangen von den Weiskirchern, dass diese "auf das naturzerstörende Vorhaben, dort Windräder zu errichten, verzichten."
Aus Schillinger Sicht handele es sich "um einen ganz erheblichen Eingriff in das Landschaftsbild und beeinträchtigt nachhaltig auch den Fremdenverkehr in unserer Ortsgemeinde". Denn die betroffene Fläche befindet sich im unmittelbaren Sichtbereich von Schillingen.
In einem zweiten Brief haben sich die Schillinger an die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken gewandt. An die Grünen-Politikerin geht der Appell, "dass Sie der Zerstörung unseres Lebensraumes Einhalt gebieten. Bauwerke, dazu zählen auch Windkraftanlagen, haben im Wald keinen Platz", so die Schillinger in ihrem Schreiben.

Mehr von Volksfreund