Weiter Blick und tiefe Wälder

Um 16 Kilometer ist die Traumschleifenfamilie des Saar-Hunsrück-Steigs erweitert worden. Wasser, Wald und weite Blicke kennzeichnen den Panoramaweg bei Schillingen. Drei Jahre lang trägt die neue Wanderroute nun das Deutsche Wandersiegel.

Schillingen. Im März 2008 beschloss der Ortsgemeinderat Schillingen mit einem Panoramaweg Mitglied in der Traumschleifenfamilie am Saar-Hunsrück-Steig zu werden. "Wir haben hart um die Trassenführung gerungen", erinnerte sich Ortsbürgermeister Markus Franzen bei der Einweihung dieser 52. Schleife, die sich besonders durch eine Führung entlang vieler Gewässer, naturbelassene Wege und grandiose Aussichten über den Hochwald auszeichnet.

Bevor das Deutsche Wanderinstitut in Marburg Zertifizierer schickt, gibt das Projektbüro Saar-Hunsrück-Steig in Losheim am See Ratschläge, wie die neue Schleife gestaltet sein sollte, damit die Fachleute möglichst viele Punkte vergeben.

"Der Panoramaweg hat mühelos das Deutsche Wandersiegel als Premiumweg erreicht", stellte Projektleiter Achim Laub mit Vergnügen fest. Der Weg sei als einer von wenigen direkt an den Steig angebunden, laufe sogar zwei Kilometer zu diesem parallel.

Viele Punkte gibt es nicht nur für das Naturerlebnis, das Wanderern geboten wird, sondern auch für die Ruhepunkte mit Bänken, die Brücken und Stege und die Gastronomie, die hungrige und durstige Fußreisende versorgt. Drei Betriebe sind es am Panoramaweg in Schillingen, dessen Start und Ziel an der Freizeitanlage eingerichtet wurde. Die Beschilderung ist wie bei allen Traumschleifen violett gehalten. "Ein Verlaufen ist fast unmöglich", freut sich Anja Wendling aus Kastellaun, eine von rund 30 Naturfreunden, die bei der Anwanderung dabei waren.

"40 Punkte hätten gereicht. Der Weg hat 51 Punkte bekommen", stellt der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See, Werner Angsten, fest. Er überreichte Ortsbürgermeister Markus Franzen das Wandersiegel des Deutschen Wanderinstituts. Damit wird der hohe Erholungswert des Weges bestätigt, und zwar in beiden Laufrichtungen.

Die Auszeichnung gilt jedoch nicht für alle Zeiten. "Viermal im Jahr muss die Vollständigkeit der Beschilderung überprüft werden. Alle drei Jahre wird die Zertifizierung erneuert", klärt Achim Laub auf. In Hessen sei auch schon mal ein solches Prädikat wieder aberkannt worden. Knapp 4000 Euro hat sich die Ortsgemeinde Schillingen den Ausbau des Panoramaweges kosten lassen. Ein Zuschuss in bislang nicht bekannter Höhe wird noch vom Erholungsverein Hochwald erwartet.

Pastor Thomas Linnartz ist selbst ein passionierter Wanderfreund. Bei der Einweihung segnete er den neuen Panoramaweg mit den Worten ein: "Unser ganzes Leben ist ein Wanderweg. Dieser Weg ist ein Stück dieses Lebens."