Weiter gemeinsam gegen die Bergbau-Pläne

Weiter gemeinsam gegen die Bergbau-Pläne

Sensibilisieren und mobilisieren: Das sind die Ziele einer neu gebildeten Interessengemeinschaft in Wellen. Sie richtet sich gegen die Pläne des Wellener Bergbau-Unternehmens TKDZ, Stollenbereiche mit Fremdmaterial zu füllen.

Wellen. "Uns ist es wichtig, die Menschen aus der Region über die Pläne der TKDZ zu informieren", sagt Margret Schmitt aus Wellen. Sie ist neben Anja Dumjahn aus Temmels und Doris Köbernik aus Nittel eine der Verantwortlichen, die seit kurzem im Namen der neu gebildeten "Interessensgemeinschaft gegen den Versatz von Abfall" in der Umgebung alle drei Monate rund 1700 Flugblätter verteilt.

Ziel: Fakten statt Vermutungen



Die Ausrichtung der Informationen ist klar: Es geht um Neuigkeiten, Standpunkte und Informationen zu dem Vorhaben des Wellener Bergbau-Unternehmens "Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke" (TKDZ), Teile des Josef-Stollens mit bergfremdem Material zu füllen (auch "Bergversatz" genannt). Im Vordergrund sollen Fakten stehen; lange genug hätten Vermutungen in den Dörfern die Runde gemacht, sagt Schmitt im TV-Gespräch. "Das hat uns geschadet."

Mit ihren Flugblättern wollen die drei kommunalpolitisch aktiven Frontfrauen und ihre Unterstützer nach eigenen Angaben die Menschen für das umstrittene Projekt sensibilisieren und mobilisieren. Sie wollen vor allem auf die Risiken und mögliche Folgen des Vorhabens aufmerksam machen. Dazu zählt nicht nur die Befürchtung, das Projekt könne Auswirkungen auf die Natur und das Grundwasser haben. Schmitt hält es unter anderem für möglich, dass die Pläne eine negative Werbung sind und somit den Tourismus schädigen. Außerdem müsse vor allem Wellen mit anhaltender Staubbelastung, Lieferverkehr und Aufbereitungsanlagen rechnen.

In ihrer Ablehnung des Bergbau-Vorhabens steht die IG nicht alleine da. Der Verein "Sauberes Wellen" hat seine Position klar dargestellt. Und auch die Gemeinden haben Resolutionen und Stellungnahmen abgegeben, dass sie gegen den Versatz mit Stoffen sind, die nicht aus dem Berg stammen.

Das Thema beschäftigt den Wellener Rat auch in seiner Sitzung am Montag. Anwalt Holger Kröninger wird laut Ortsbürgermeister Hans Dostert im nichtöffentlichen Teil den Rat über weitere Schritte gegen die Versatzpläne informieren. Ab etwa 20 Uhr beginnt der öffentliche Teil. Dann soll der Rat eine Stellungnahme zum TKDZ-Antrag, Grundwassermessstellen einzurichten, verfassen.

Der Temmelser Rat warte laut Orts-Chef Joachim Mimler mit weiteren Aktionen, bis klar sei, welche Stoffe in den Stollen kommen sollen. Nittels Ortsbürgermeister Hans-Josef Wietor hält sich nach eigenen Angaben auch durch Gespräche mit den Kollegen aus den Nachbardörfern auf dem Laufenden. "Wenn wir es für notwendig erachten, werden wir aktiv", sagt er und versichert: "Jeder ist sich seiner Verantwortung bewusst."