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Weitere 600 Flüchtlinge kommen nach Birkenfeld

Weitere 600 Flüchtlinge kommen nach Birkenfeld

Der Erstaufnahmeeinrichtung in Birkenfeld (AfA) werden in den kommenden zwei Wochen weitere rund 600 Flüchtlinge zugewiesen. Ab Mittwoch sollen täglich rund 100 weitere Hilfesuchende ankommen.

Birkenfeld/Hermeskeil. Angesichts des unverändert hohen Zuzugdrucks an der Grenze nach Österreich hat sich die rheinland-pfälzische Landesregierung dazu bereiterklärt, dem Land Bayern bei der Unterbringung der Migranten zu helfen. Derzeit werden in der Kaserne am Stadtrand von Birkenfeld weitere Gebäude für eine Nutzung als Flüchtlingsunterkunft "ertüchtigt", wie es auf Behördendeutsch heißt.
Das bedeutet: Die Räume werden gesäubert, Betten von Ehrenämtlern oder Feuerwehr aufgebaut und die Wasserleitungen gespült. Nach Einschätzung von Bernhard Alscher, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Birkenfeld, können so in kürzester Zeit insgesamt rund 1700 Flüchtlinge untergebracht werden. Auch Landrat Matthias Schneider sieht die Lage pragmatisch: "Nachdem das Land von der Belegung des Ferienparks Hambachtal abgesehen hat und in der Kaserne noch Wohnraum zur Verfügung steht, können wir das kaum ablehnen."
Ob zeitnah bereits AfA-Bewohner die Heinrich-Hertz-Kaserne verlassen, um in Wohnungen in Kommunen umzusiedeln, kann die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier derzeit nicht beantworten. Wenn nicht, würde die AfA mit dann knapp 2000 Bewohnern die vom kommissarischen Leiter Jörn Patzak immer wieder genannte Höchstzahl von rund 1100 für die derzeitige Betreuung größtenteils mit ehrenamtlichen Helfern weit überschreiten.
Die ADD äußert sich zu einer entsprechenden Anfrage unserer Zeitung zum Stand der Stellenbesetzung für eine hauptamtliche Organisationsstruktur in der AfA wie folgt: "Die Flüchtlinge konnten bisher in den Aufnahmeeinrichtungen sechs Wochen bis maximal drei Monate bleiben. Momentan werden die Personen im Durchschnitt nach rund sechs Wochen den Kommunen zugewiesen. Wie sich das durch die neuen Gesetze (Anmerkung der Red.: Die Bundesregierung möchte eine Ausweitung des möglichen Verbleibs auf bis zu sechs Monaten) verändert, wird sich zeigen."
Die Besetzungsverfahren für die neu geschaffenen Stellen in der Birkenfelder AfA sind nach Angaben der Aufsichtsbehörde "in der Mehrzahl abgeschlossen, einige wenige noch in der Bearbeitung. Geeignete Personen konnten gefunden worden. Wir sind daran interessiert, die Stellen wie ausgeschrieben zu besetzen. Das hängt allerdings auch von anderen Faktoren wie bestehenden Kündigungsfristen ab."
Eine andere Frage: Wie kann eine schnellere Registrierung gewährleistet werden? AfA-Bewohner hatten wegen der schleppenden Verfahren unlängst in Birkenfeld demonstriert.
Am Anfang wurden die Menschen in Bussen nach Trier gefahren, das ist nun aber vorbei. Dazu schreibt ADD-Pressesprecherin Eveline Dziendziol: "Zwischenzeitlich ist die Mehrzahl der Bewohner in Birkenfeld registriert. Der Transport nach Hermeskeil funktioniert und die dortigen Kollegen konnten die Registrierung vornehmen."
Darüber, ob und wann Entscheider des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach Birkenfeld kommen, hat die ADD derzeit keine Kenntnisse. Das BAMF entscheidet über die Zulassung eines Asylverfahrens.
Derzeit sei man in der AfA Birkenfeld, die derzeit noch Nebenstelle der AfA Trier ist und ab 1. Januar selbstständig werden soll, dabei, W-Lan-Verbindungen zu schaffen. Außerdem sollen Fernsehgeräte angeschafft oder über Spenden gesammelt werden, damit dem Informationsbedürfnis der Flüchtlinge Genüge getan werden kann.
Auch im Freizeitbereich tut sich einiges: "Eine Spielstube für Kinder ist im Aufbau, es existieren zudem Überlegungen, einen Fitnessraum einzurichten."