Weiterer Schritt zum Mittelpunkt

FELL. Das Projekt "Alter Winzerkeller" wird vom Land mit 780 000 Euro bezuschusst. Die verbleibenden 400 000 Euro muss die Gemeinde Fell schultern. Nach teilweise hitziger Diskussion beschloss der Gemeinderat, einen Architekten mit der weiteren Planung zu beauftragen. An der Fahrbahnsanierung der L 150 in der Ortsdurchfahrt wird sich die Gemeinde nicht beteiligen.

Der Landeszuschuss von 780 000 Euro für das Projekt "Alter Winzerkeller" wird fließen (der TV berichtete). Zielsetzung der Initiatoren ist es, die ehemalige Kelterstation zu einem zentralen Anlaufpunkt für Tourismus, Wirtschaft und Kultur im Zentrum von Fell zu entwickeln. Dazu werden 1,2 Millionen Euro benötigt. Das heißt: Die Gemeinde muss 400 000 Euro schultern. Dieser Eigenanteil sorgte für eine lebhafte Diskussion unter den Ratsmitgliedern. Roni Sebastiani (CDU) gab zu bedenken, dass der Betrag die Haushaltskasse dauerhaft belasten werde. Ortsbürgermeister Helmut Schneiders zeigte sich optimistischer. Er rechnet mit dem Verkauf des Jugendheims (160 000 Euro laut Gutachter) und kalkuliert die Pachteinnahmen des Betreibers des geplanten Gebäudeteils "Vinothek" ein. "Eine Person hat bislang prinzipiell Interesse geäußert", sagte Schneiders. Daneben müsse über Eigenleistungen nachgedacht werden. Außerdem könne mit dem Zuschuss erst einmal die "Hülle" des Projekts inklusive Multifunktionsraum geschaffen werden. Mit dem Innenausbau des Teils "Vinothek", der aus der Bezuschussung herausfällt, könne gegebenenfalls gewartet werden. Einig waren sich die Ratsmitglieder, dass die bestmöglichen Konditionen für die Gemeinde ausgehandelt werden sollen. Schneiders und einige andere Ratsmitglieder hoben den ideellen Wert des Projektes für die Gemeinde hervor. Am Ende der Diskussion beschloss der Gemeinderat bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung, den Architekten Peter Berdi mit der weiteren Planung zu beauftragen. Zum Sitzungsanfang hatte Berdi über die weitere Vorgehensweise informiert: Er schlug vor, den Auftrag als so genanntes Gesamtpaket auszuschreiben. "Der Jahreswechsel ist eine gute Zeit, die Ausschreibungen zu machen, dann sind die Preise erfahrungsgemäß günstig", sagte Berdi. Als Termin für die Vergabesitzung schlug der Architekt Anfang Februar vor. "Bei vernünftiger Wettersituation kann im März mit den Arbeiten begonnen werden", sagte Berdi. Der Vorschlag von Michael Rohles (FBL), einen Arbeitskreis "Alter Winzerkeller" zu bilden, wurde aufgegriffen.Furcht vor einer Rennstrecke

An der Fahrbahnsanierung der L 150 in der Ortsdurchfahrt Fell wird sich die Gemeinde Fell nach einstimmigem Beschluss des Gemeinderats nicht beteiligen. Ratsmitglied Alfons Rodens äußerte Bedenken, dass eine Verbesserung der Fahrbahndecke dazu führe, "dass die Hauptdurchfahrtsstraße zur Rennstrecke wird". Der Rat beschloss, erneut einen von der Sanierung unabhängigen Antrag für einen Kreisel und Verschwenkungen in Richtung Fastrau zu stellen. Dem Antrag der Arbeitsgemeinschaft Feller Markt, die Viehprämierung mit 1200 Euro zu bezuschussen, wurde entsprochen.

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