Wellen will wachsen

Die Mitglieder des Wellener Ortsgemeinderats brauchten bei der jüngsten Sitzung starkes Sitzfleisch und gute Konzentrationsfähigkeit. Allein für den öffentlichen Teil benötigten die Ratsmitglieder trotz straffer Versammlungsleitung durch Ortsbürgermeister Herbert Huber über vier Stunden.

Wellen. Gewichtigste Punkte in der Sitzung des Ortsgemeinderats Wellen waren die Anregungen und Einwände der "Träger öffentlicher Belange" - also Behörden, Interessenverbände und öffentliche Einrichtungen - zu den geplanten Baugebieten "Sonnenhang" (ehemals "Rennbahn") und "Unter dem Farsterweg".Zunächst stellte Uwe Maximini vom Ingenieur-Büro Boxleitner die technische Planung vor: "Die Versorgung mit Strom und Telefon erfolgt unterirdisch. Für die Versorgung mit Trinkwasser muss eine Druckerhöhungsanlage gebaut werden. Das Schmutzwasser soll nach einem kleinen ,Umweg' über das zweite geplante Baugebiet ,Unter dem Farsterweg' an die bereits für das Baugebiet ,In der Steinkaul' angelegte Kanalisation abfließen", berichtete er. "Das Oberflächenwasser des ,Sonnenhangs' wird in einem gegenläufigen Kanal in drei Auffangbecken südlich des geplanten Geländes oberhalb der Weinberge in der Wellener Kurve Richtung Nittel geleitet", schilderte er.Die Ratsmitglieder ließen sich erklären, dass die Auffangbecken ausreichend dimensioniert werden. "Die darunter liegenden Weinberge werden in Zukunft nach statistischen Berechnungen nur noch alle 20 Jahre ,überflutet' statt wie zurzeit alle fünf Jahre", erläuterte Michael Richter, ebenfalls vom Ingenieurbüro Boxleitner.Die Staubhalde muss weichen

Intensive Nachfragen der Ratsmitglieder erforderte der Punkt "Beseitigung der ,Feinkornhalde' (Staubhalde) nördlich des Planungsgebiets "Unter dem Farsterweg". Der Eigentümer, die Firma TKDZ, sicherte zwar zu, im Zuge des Baufortschritts die Halde abzutragen. Der Rat bestand aber auf einer präzisierten Vorgehensweise und beschloss, dass die zweite Hälfte des geplanten Baugeländes erst nach dem Verschwinden des Staubbergs vermarktet werden darf. "Damit ist der Druck auf den Eigentümer und den Projektentwickler, sich tatsächlich um die Beseitigung der ,Feinkornhalde' zu kümmern, groß genug", erläuterte der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Konz, Karl-Heinz Frieden, das Vorgehen.Weitere Beschlüsse betrafen den Schutz der Natur, zum Beispiel von Fledermäusen und schützenswerter Vegetation, die Müllentsorgung, das Beseitigen von Altlasten, des Lärmschutzes und die Sicherung des Baugrundes vor Bergbauschäden.Über die mögliche Aufgabe der Bushaltestelle "In den Hässeln" wurde energisch diskutiert. Ortsbürgermeister Huber: "Die Busse der Moselbahn kommen wegen parkender Autos nicht durch die Straße." Sein Vorschlag, die Busse nur noch zur Ersatz-Haltestelle am Eingang des Wohngebiets fahren zu lassen, fand im Rat keine Mehrheit. Hans Dostert: "Wir können nicht vor den Falschparkern kapitulieren." Während der Monate mit Glatteisgefahr steuert die Moselbahn sowieso nur die Ersatz-Haltestelle an, das Problem wird daher frühestens 2008 gelöst.