Welpenspielplatz unter Straßenbelag

Welpenspielplatz unter Straßenbelag

HERMESKEIL. (ch) Die Ablagerung von Straßenbelag-Abraum auf einer Wiese neben dem Übungsgelände des Schäferhundevereins hat in Hermeskeil für Irritationen und Verwunderung gesorgt.

Der Vorsitzende des Schäferhundevereins Hermeskeil, Heinrich Götz, ist verärgert. Auf einer Wiese neben dem Übungsplatz des Vereins an der Gusenburger Straße hat die Stadt Hermeskeil Straßenbelag-Abraum, so genanntes Fräsgut, ablagern lassen. Hintergrund: Das Gelände ist eine ehemalige Mülldeponie des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) und gehört der Stadt. Einen Teil dieses Geländes hat die Stadt dem Verein verpachtet, der andere Teil wurde jetzt zur Ablagerung des Fräsgutes genutzt. Vor dem "Agility-Stadtpokal", der Großveranstaltung des Deutschen Schäferhundevereins Hermeskeil, am Sonntag wurde zwar zumindest ein Teil schon abgetragen: Gleichwohl türmt sich noch immer der Abraum auf dem Gelände, auf dem zuvor noch Welpen gespielt hatten. Grund für die Aufregung von Götz ist, dass der Verein auch diesen Teil seit drei Jahren nutzt, etwa zur Ausbildung von Fährtenhunden und als Spielplatz für Welpen. "Der Schäferhunde-Verein hat das von ihm genutzte Gelände selbstständig ausgebreitet", sagt Stadtbürgemeisterin Ilona König, "was wir auch geduldet haben, weil wir den Verein bisher unterstützt haben und er schließlich Werbung für die Stadt macht." Götz hingegen fühlt sich durch den Pachtvertrag im Recht, der dem Verein zugestehe, die nach und nach renaturierten Flächen zu nutzen. Götz fühlte sich übergangen, weil man ihn nicht vorher von der Ablagerung unterrichtet habe. Aber der Verein ist kontaktiert worden. Weil Götz erst seit kurzer Zeit Vorsitzender ist, wandte sich die Stadt an den langjährigen Vorsitzden Erich Klein. Der wurde im Urlaub angerufen und über die bevorstehende Ablagerung informiert und hatte keine Einwände. Götz war daher vor allem über das Ausmaß der Ablagerung aufgebracht. "Außerdem sollte man doch mit dem Vorsitzenden sprechen, das war so sicher nicht der richtige Weg", sagt Götz. Auf Seiten der Stadt ist man froh, einen Lagerplatz für das Fräsgut gefunden zu haben. Karl Heil, Erster Beigeordneter der Stadt und zuständig für die Liegenschaften der Stadt, nennt das Fräsgut "sehr begehrt". Es werde für neue Wege und Parkplätze verwendet. "Es ist in keinem Fall belastet", versichert Heil. Es handele sich auch lediglich um eine Zwischenlagerung, bald sei das Gelände wieder frei und auch neues Gras werde gesät. Der ART, der die Mülldeponie früher betrieben hat, dringt nach einem Ortstermin darauf, dass Fräsgut so schnell wie möglich zu entfernen. Solche Ablagerungen werden aber nicht die Regel. Heil versichert, dass es sich um einen einmaligen Vorgang gehandelt habe, weil die Aufbereitungsstellen, an denen das Fräsgut normalerweise abgelagert werde, voll waren. "Jetzt liegt halt das Zeug bei uns im Vorgarten", sagt Götz, "das ist eine starke Beeinträchtigung für den Verein." Stadtbürgermeisterin König hat Verständnis für den Hundeverein und sagt: "Wenn es eine andere Möglichkeit gegeben hätte, hätten wir sie genutzt."