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Weltfestival der klassischen Musik

Weltfestival der klassischen Musik

Die ersten Melodien in der sechsten Auflage der Saarburger Serenaden sind bereits erklungen. Den Auftakt bestritten traditionell die Dozenten, die in zwei Wochen rund 70 jungen Musikstudenten den Feinschliff bei ihren Fähigkeiten vermitteln. Bei den 6. Saarburger Serenaden wird wie immer ein anspruchsvolles Programm angeboten.

Saarburg. Über den Schulhof des Gymnasiums Saarburg schwingen klassische Klänge. In vielen Klassenräumen üben fast 70 junge Musikstudenten im Alter von 14 bis 32 Jahren auf ihren Instrumenten und an ihren Arien für die Saarburger Serenaden, die in sechster Auflage bis zum 6. August aufgeführt werden. Die Dozenten kommen aus zwölf Ländern. Ihre Kunst zeigten sie beim Eröffnungskonzert gestern in der Stadthalle. Festivalleiter Semyon Rozin erklärt, wie die Teilnehmer ausgesucht werden: "Ich rekrutiere weltweit Dozenten, die mir Musikstudenten vorschlagen." Die Bewerber müssen eine Tonaufnahme einreichen. Bei Sängern wird zusätzlich ein Video verlangt, denn, so Rozin: "Bei der Oper oder Operette wird ja eine Rolle gespielt. Da muss alles stimmen." Rozin war vor sechs Jahren von Saarburg so begeistert, dass er sofort an den Bürgermeister einen Brief schickte, um die Stadt für die Serenaden vorzuschlagen. Ihm war klar: "Das ist die Kulisse für klassische Musik." Die Studenten finanzieren die Reise und den Aufenthalt zum großen Teil selbst. "In den USA beispielsweise gibt es zahlreiche Fonds und Stiftungen, die junge Talente unterstützen", sagt Rozin. Vor sechs Wochen hat er die Partituren verschickt, die einzustudieren waren. "Das müssen die jungen Leute jetzt drauf haben. In den zwei Wochen in Saarburg wird von den Dozenten nur noch der Feinschliff vermittelt", erklärt der Festivalleiter. Musiker, die sich noch nie begegnet sind, müssen gemeinsam klingen "wie eine Seele".Die Herausforderung dabei ist, dass es völlig unbekannte Werke sind. "Die Leute sollen nicht irgendetwas nachspielen, sondern ihren eigenen Stil finden", lautet seine Begründung. Der gebürtige Ukrainer ist selbst durch eine strenge Schule gegangen, in der Oberflächlichkeit verpönt war. Im Westen lässt man den Schülern zu viel durchgehen", findet Rozin.Rund die Hälfte der Musikstudenten sind Asiaten. Ihr Interesse an klassischer Musik ist riesig, denn, so Rozin: "Die klassische Musik ist in Europa geboren worden." Asiaten hätten kaum Gelegenheit, Kammermusik zu spielen, denn dafür gebe es dort keine Tradition. Da fülle das Festival eine wichtige Nische.Von Anfang an dabei ist Andrew Campbell, Klavierlehrer und verantwortlich für den Ablauf. Er sagt: "Die Qualität steigt von Mal zu Mal." Auch diesmal müssten schwierige Stücke bewältigt werden. Gesangsdozentin Kristin Dauphinais ist sicher: "Die Schüler machen in den zwei Wochen Fortschritte wie sonst in einem Semester." Li Jing ist eine 20-jährige Pianistin aus China. Sie begann mit vier Jahren auf dem Instrument zu üben und meint: "Hier Kammermusik zu spielen ist eine große Erfahrung, denn das gibt es nicht in China." Aus der Schweiz kommt Magdalena Zwahlen. Die 19-jährige Flötistin findet das Festival spannend, denn: "Die Musik ist eine internationale Sprache, die verbindet." Der US-Amerikaner Billy Holderby (27) spielt Horn und sagt: "Ich will Orchestermusiker werden." Da helfe Erfahrung bei den Serenaden enorm. dothExtra

30. Juli, 19.30 Uhr: Bürgerhaus Winzerkeller Irsch 1. August, 19.30 Uhr: St. Laurentius-Kirche 2. August, 18 Uhr , Open Air Bettinger Mühle Schmelz 3. August, 19.30 Uhr: Cloef-Atrium Orscholz 4. August, 19.30 Uhr: Kulturgießerei Saarburg, Operette und Salonmusik 5. August, 19.30 Uhr: Stadthalle Saarburg 6. August, 19.30 Uhr: Stadthalle Saarburg saarburgfestival.de/concerts