Weltpremiere in Tawern

TAWERN. Erstmals in seiner fast 160-jährigen Geschichte war die "Chorale Municipale Grevenmacher" im deutschen Nachbarort Tawern zu Gast. Der Chor gestaltete ein Konzert, das auf sehr positive Resonanz stieß.

Es war eine "Weltpremiere", wie Dirigent Martin Elmquist den Zuhörern in der katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul in Tawern mitteilte. Die Werke, die in dem Konzert erklingen sollten, meinte er damit nicht, denn die Kompositionen von Heinrich Schütz, Gabriel Fauré, Camille Saint-Saëns oder Wolfgang Amadeus Mozart waren alle hinlänglich bekannt. Gemeint war die Tatsache, dass die "Chorale Municipale Grevenmacher", die unter Enquists Leitung steht, erstmals in Tawern auftrat. Der Chor besteht schon seit fast 160 Jahren, und die beiden Orte liegen nur wenige Kilometer auseinander. Trotzdem hat es nie sollen sein. Von daher tatsächlich eine Premiere. Elmquist war nicht nur mit seinem Chor aus der Luxemburger Nachbarschaft nach Tawern gekommen. Er brachte auch das "Ensemble Vocal Belval/Metzerlach" unter der Leitung von Leopold Winandy und das Orchester "Die Moselmozartmusiker" mit. Dazu kamen mit der Sopranistin Noemie Sunnen, der Altistin Ruxandra Barac, dem tenor Marc Dostert und dem Bassbariton Jeff Speres vier Gesangssolisten sowie der Organist Marcel Weis. Das musikalische Angebot fand eine gute Resonanz beim Publikum, was sich zunächst in einer erfreulich gut besuchten Kirche äußerte und nach dem Konzert in einem lang anhaltenden, herzlichen Applaus. Etwas befremdlich erschien die Tatsache, dass es für den Abend keine ausgedruckten Programme gab, an denen sich das Publikum hätte orientieren können. So musste es sich überraschen lassen, was die Chöre zu bieten hatten. Durchaus überzeugend gehörten die Chorsätze des Frühbarock, wie etwa "Aller Augen warten auf die, Herre" von Schütz, dargestellt vom Ensemble Vocal, dazu. Die Sänger aus Grevenmacher steuerten mit "Calme des Nuits" von Saint-Saëns und dem "Cantique de Jean Racine" von Fauré Literatur aus der Romantik bei, gefolgt von Faurés "Ave verum" für zwei Solostimmen (Sopran und Alt) und Orgel. Höhepunkt des Abends war die Mozartmesse in C-Dur, KV 317, bekannt als "Krönungsmesse". Klanggewaltig erscholl diese berühmte Komposition, zu der sich die beiden Chöre zusammengetan hatten. Unter Elmquists überaus deutlichem, sehr emotionalen Dirigat gelang eine respektable Aufführung, deren Qualität nicht zuletzt durch die überzeugende Leistung der Solisten geprägt wurde. Lediglich im Instrumentalensemble war gelegentlich zu hören, dass der mozartsche Tonsatz durchaus seine Hürden hat. Beschlossen wurde das Konzert mit einem Werk des Salzburger Meisters, dem Ave verum, diesmal unter der Leitung von Winandy. Elmquist verabschiedete sich vom Publikum mit der Zusage, dass dieser Abend zwar der Erste seines Chores in Tawern gewesen sei, sicher aber nicht der Letzte.