Weltweite Razzia gegen Internetkriminelle: Polizei durchsucht Haus in Konz

Weltweite Razzia gegen Internetkriminelle: Polizei durchsucht Haus in Konz

„Blackshades“ ist eine Software, die das Ausspähen von Bankdaten oder Filmaufnahmen von Computernutzern möglich macht. An den weltweiten Ermittlungen gegen die Nutzer ist auch die Staatsanwaltschaft Trier beteiligt. In Konz wurden Computer sichergestellt.

Bei einem koordinierten Einsatz in 15 Ländern gegen Internetkriminalität ist bei mehr als 350 Verdächtigen die Schadsoftware "Blackshades" sichergestellt worden. Die Staatsanwaltschaft Trier ist eine von sechs Staatsanwaltschaften, die in Rheinland-Pfalz ermitteln. Das hat Oberstaatsanwalt Ingo Hromada auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds bestätigt.

In Konz (Kreis Trier-Saarburg) sei in der vergangenen Woche eine Wohnung durchsucht worden. "Wir hatten Hinweise auf einen Käufer der Schadsoftware", sagt Hromada. Bundesweit wurden Wohnungen von 111 Tatverdächtigen untersucht. Ermittelt wird wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten und Computerbetrugs. Bei den Beschuldigten sind Computer und Datenträger sichergestellt worden. Die Auswertung der Rechner wird nun mehrere Wochen dauern.

Nach Auskunft einer Sprecherin der Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft dient die Software Blackshades, die sich - vom Nutzer unbemerkt - auf einem Computer installiert, ausschließlich dazu, kriminelle Handlungen zu begehen. Der Trojaner übernimmt die Kontrolle des infizierten Rechners, schneidet die Tastatureingaben mit, macht Screenshots und filmt mit der Webcam die Nutzer. Insgesamt 15 Länder sind an der Hacker-Razzia beteiligt. 1000 Computer und Speichermedien wurden bereits in den beteiligten Staaten sichergestellt. Wie viele Menschen Opfer der Ausspähsoftware wurden, ist noch unklar.