Wenige Besucher am Begegnungstag

300 Besucher haben am Sonntag die Möglichkeit genutzt, sich in der Gemeinschaftsunterkunft Famo und der Kulturgießerei umzuschauen. Die Veranstalter des Tages der Begegnung hatten gehofft, dass sich mehr Menschen über die Lebensumstände von Flüchtlingen informieren.

Saarburg. Für Rapper Daniel Schneider ist klar, dass der von Hoffmann von Fallersleben in die schlesische Volksliedsammlung aufgenommene Text des Lieds "Die Gedanken sind frei" für eine funktionierende Demokratie wesentlich ist. Deshalb hat er den Text mit in die frühere Famo-Kaserne in Saarburg mitgebracht. Er rappt ihn gemeinsam mit jungen Flüchtlingsbegleitern zum Auftakt des Tages der offenen Tür auf dem Hof der Gemeinschaftsunterkunft. Doch erst etwas später, als ein Trommel-Workshop beginnt, löst sich die Anspannung, tanzen junge Flüchtlinge und Besucher der Gemeinschaftsunterkunft gemeinsam.
Selim Shala, der für das Projekt Demokratie leben zusammen mit der Initiative JB4JF (Abkürzung für Junge Begleiter für junge Flüchtlinge) die Feier vor der Gemeinschaftsunterkunft und mit der Kulturgießerei den Tag der Begegnung organisiert hat, ist enttäuscht. "Ich hatte gehofft, dass sich mehr Saarburger über das Schicksal von Flüchtlingen informieren würden", sagt er am Abend. Gleichwohl wertet er den Tag als Erfolg, weil man doch viele gute Gespräche geführt habe.
In der Kulturgießerei ist mehr los. Besucher können zwischen verschiedenen internationalen Spezialitäten wählen. So gibt es etwa einen Eintopf aus Eritrea, ein afghanisches Reisgericht oder thailändische Frühlingsrollen. Ingbert Dawen aus Serrig genießt den internationalen Flair vor Ort und die bretonische Musik der Gruppe An Erminig. "Mir ist der Austausch mit Menschen verschiedener Kulturen wichtig", sagt Dawen, der sich selbst in Afrika für Entwicklungshilfe engagiert.