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Wenige Verstöße gegen Corona-Beschränkungen in Trier und Trier-Saarburg

Kostenpflichtiger Inhalt: Coronavirus : Der Ausnahmezustand scheint großteils akzeptiert

Trotz des schönen Wetters wurden in Trier und im Kreis Trier-Sarburg am Wochenende nur wenige Verstöße gegen die Corona-Beschränkungen festgestellt. Im Saarland war das anders.

(mai) Das sonnige und warme Wetter hat am vergangenen Samstag viele Menschen nach draußen gelockt. Im Saarland hat dies zu jeder Menge Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgrund von Corona geführt. Allein am Samstag musste die Polizei deshalb 270 Mal ausrücken, es kam zu 176 Verstößen gegen die Allgemeinverfügung. Allein in den Grünanlagen am Saarbücker Staden hat die Polizei eigenen Angaben zufolge 150 bis 200 Menschen aufgefordert, das Gelände zu verlassen und auseinanderzugehen. „Es entstand der Eindruck, dass es keinerlei Beschränkungen gäbe“, hieß es.

Die Verstöße in der Region Vielleicht ist es in dem Fall ein Glück, dass Trier nicht so beliebte Grünanlagen an der Mosel hat wie Saarbrücken. Vielleicht sind die Rheinland-Pfälzer aber auch vernünftiger. In der Moselstadt und im Kreis Trier-Saarburg hatten Ordnungsamt und Polizei am Wochenende jedenfalls nicht so viel zu tun. Am meisten los war in der Stadt Trier. Aber auch dort haben laut Michael Schmitz die Einsatzkräfte vom Ordnungsamt trotz mehrfacher Kontrollen besonders an neuralgischen Punkten gerade mal fünf Verstöße festgestellt. Die größte  Gruppe dabei bestand aus fünf Leuten, die sich am Sonntag im Bereich der Treverispassage aufhielt. Am Samstag wurden jeweils drei Menschen zusammen im Palastgarten, in der Knutschkurve der Sickingenstraße und in der Treverispassage angetroffen. In einem Lebensladen hatten sich laut Schmitz mehrere Kunden und Mitarbeiter im kleinen Ladenbereich aufgehalten. Geahndet wurden die Verstöße mal mit Platzverweis und Bußgeldverfahren, mal mit einer  Anzeige. Schmitz’ Einschätzung: „Angesichts von 110 000 Einwohnern in Trier ist die Zahl der Vorfälle an so einem sonnigen Samstag als sehr gering anzusehen. Es handelt sich zum Teil um den immer gleichen Personenkreis, der einfach nicht einsichtig ist.“

Die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell meldet überhaupt keine Verstöße, die VG Ruwer keine größeren. In Trier-Land wurde ein Verstoß im Bereich einer Freizeitanlage registriert, in der VG Hermeskeil waren es drei. Büroleiter Wolfgang Deutsch stellt für die VG Schweich fest, dass Besucher eines touristischen Hotspots die Abstandsregeln nicht eingehalten hätten. Sie seien des Platzes verwiesen worden. Ebenfalls nur kleinere Verstöße meldet die VG Konz. Die Betroffenen wurden jeweils nur mündlich verwarnt. Dass es auch anders gehen kann, macht Michael Naunheim deutlich. Er teilt mit: „Zuwiderhandlungen oder gröbere Verstöße werden in der weiteren Folge mit Verwarn-/Bußgeldern oder auch als Straftat geahndet.“ In Trier wurde bereits Bußgeld bis zu 250 Euro verhängt.

Die Personalstärke Doch werden auch deshalb so wenig Verstöße registriert, weil die Ordnungsämter nicht gerade üppig besetzt sind? In Trier waren laut Pressesprecher Schmitz am Samstag 14 Kräfte von Kommunalem Vollzugsdienst und Verkehrsüberwachung im Einsatz, am Sonntag acht. Von diesen Zahlen können die Ordnungsämter der benachbarten Verwaltungen nur träumen, allerdings sind in den Verbandsgemeinden des Kreises auch die Einwohnerzahlen viel niedriger.

Meist sind in den Verbandsgemeinden Zweierteams zur Kontrolle draußen unterwegs. In den VG Saarburg-Kell und Konz gibt es jeweils drei dieser Teams. Jeweils ein Zweier-Team kontrolliert in den VG Ruwer und Hermeskeil, wobei Bürgermeister Hartmut Heck für die Hochwaldgemeinde betont, dass aufgrund der besonderen Situation die Zahl der Mitarbeiter für Kontrollen bereits erhöht wurde. Am unteren Ende der Skala befindet sich die VG Trier-Land. Der kommunale Vollzugsdienst dort ist laut Sprecherin Johanna Fox zurzeit mit einem Vollzugsbeamten besetzt, der auch am Wochenende im Einsatz ist. In allen Verwaltungen heißt es, dass bei Bedarf mehr Mitarbeiter für die Kontrollen eingesetzt werden könnten. Lediglich in der VG Schweich möchte sich der Sprecher gar nicht zur Personalstärke äußern. Wolfgang Deutsch teilt lediglich mit: „Aufgrund der für diese besondere Lage durchaus nicht üppigen Anzahl der Kollegen erfolgen die Kontrollen während der Woche und am Wochenende insbesondere an markanten Punkten.“

Unterstützung der Polizei Die Polizei unterstützt die Ordnungsämter bei der Überwachung der dritten Corona-Bekämpfungsverordnung. Wie Uwe Konz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier mitteilt, hat die Polizei am Wochenende ganze elf Verstöße im Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, das heißt in der gesamten Region Trier, festgestellt. Die größte Ansammlung: 15 Menschen auf dem Trierer Petrisberg, allerdings in Kleingruppen.

Die Vorschriften In ganz Deutschland gilt derzeit, dass  Kneipen, Cafés, Kleidergeschäfte sowie Freizeit- und Sportstätten geschlossen bleiben müssen. Was die Vorschriften zum Aufenthalt im Freien angeht, gibt es zum Teil Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Rheinland-Pfalz ist geregelt, dass sich maximal noch zwei Menschen treffen dürfen, die nicht in einem Haushalt zusammenleben. Sie sollten dann 1,5 Meter Abstand halten. Im Saarland dürfen die Menschen nur mit triftigem Grund aus dem Haus, also beispielsweise für den Job, den Arztbesuch, den Einkauf oder für Sport und Bewegung maximal zu zweit an der frischen Luft.