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Wenige Wohnmobile auf Stellplätzen in Trier, Saarburg, Trittenheim

Kostenpflichtiger Inhalt: Wohnmobilstellplätze in Trier/Saarburg/Trittenheim : „Ein Stück wiedergewonnene Freiheit“

Wohnmobilfahrer dürfen wieder unterwegs sein. Doch auf den Stellplätzen an Mosel und Saar ist noch wenig los. Die Verunsicherung der Reisenden dürfte ein Grund sein.

Sobald sie durften, haben sich Beatrix und Werner Gloss mit ihrem Wohnmobil auf den Weg gemacht. Am Mittwoch sind die beiden in Bergheim bei Köln gestartet, haben einen Stopp in der Eifel eingelegt und sind am Donnerstag nach Trier gekommen. Sie sagt: „Wir haben mit den Hufen gescharrt. Wenn man so ein Teil hat, dann will man auch damit reisen. Es muss gar nicht immer die große Tour sein. In der Nähe gibt es auch schöne Sachen. Hier ist es herrlich.“

Nach all den Einschränkungen der vergangenen Wochen aufgrund der Corona-Pandemie ist es für sie „ein Stück wiedergewonnene Freiheit“, nochmals auf Tour gehen zu können. Als sie mit ihrem Mann gegen Mittag auf dem noch leeren, kleinen Stellplatz beim Weingut von Nell im Tiergartental ankommt, ist sie erstaunt. „Ich dachte, hier sei viel los so wie in Schleiden/Gemünd, wo wir gestern waren. Auch unsere Freunde sind alle mit dem Womo unterwegs.“

Genießen ihr „Stück wiedergewonnene Freiheit“: Beatrix und Werner Gloss auf dem Wohnmobilstellplatz beim Weingut von Nell in Trier. Foto: TV/Marion Maier

Doch in der Region sieht es anders aus. Im Reisemobilpark Treviris auf der anderen Seite der Mosel, in dem normalerweise 140 Wohnmobile Platz finden, stehen gerade mal sieben Wagen. Betreiberin Helga Haag sagt: „Die Leute sind verunsichert. Sie rufen an und fragen, wie das hier funktioniert.“ Klar ist: Die Sanitäranlagen sind geschlossen. Doch es dürfen ohnehin nur Fahrzeuge mit eigener Toilette und Dusche oder Waschmöglichkeit kommen. Anders als sonst müssen die Besucher auf dem Platz Namen, Adresse und Telefonnummer hinterlassen, damit etwaige Infektionswege nachverfolgt werden können. Auf dem großzügig angelegten Platz in den Moselauen, bei dem Ein- und Ausfahrt mit Hilfe einer Schranke und Automaten geregelt ist, passiert dies beim Bezahlen. Der Automat spuckt zur Ankunft eine Karte aus, mit der auch Strom gebucht und am Ende des Aufenthalts bezahlt werden kann.

Haag stellt fest: „Auf dem Stellplatz ist das mit den Auflagen noch einfach. Für das Wochenende habe ich auch einige Anfragen. Wirklich schwierig wird es auf unserem benachbarten Campingplatz, der nächste Woche wieder öffnen darf – ohne Sanitär. Zeltreservierungen kann ich da gar keine annehmen.“ Sie hofft, dass sich das bald ändert. „Wir hatten schon genug Einbußen“, sagt sie.

Im Reisemobilpark in Saarburg ist etwas mehr los. 25 Wohnmobile teilen sich dort die insgesamt 100 Plätze. Betreiber Rudolf Eilenz ist dennoch enttäuscht. „Wir hatten gehofft, dass es sich schneller füllt. Aber jetzt hoffen wir auf das Wochenende“, sagt er. Immerhin seien die Reservierungen für die kommenden zwei Wochen schon ausgeschöpft. Allerdings werde in Saarburg immer nur ein Drittel der Plätze reserviert, der Rest bleibe frei für spontane Gäste.

Die kurzfristige Bekanntgabe des Öffnungsdatums sieht Eilenz als einen Grund für die Zurückhaltung. Er macht aber auch Verunsicherung bei seinen Kunden aus: „Die Gäste wissen nicht, was in welchem Bundesland erlaubt ist.“

Diejenigen, die sonst aus den Niederlanden oder Belgien kämen, wüssten auch nichts von offenen Stellplätzen in Deutschland. Mal abgesehen davon, dass Niederländer und Belgier laut ADAC bislang Gefahr laufen, in einer zweiwöchigen Quarantäne zu landen, falls sie im Zuge der Schleierfahndung im 30-Kilometer-Grenzbereich angetroffen werden.

Die Zahl der Stellplätze muss Eilenz nicht reduzieren, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können. „Bei der Außengastronomie mussten wir aber Tische wegnehmen“, räumt er ein. Zudem gilt an der Rezeption und an der Kuchentheke Maskenpflicht.

55 Kilometer nordwestlich betreibt die Ortsgemeinde Trittenheim einen Reisemobilplatz für 30 Wagen. Auch dort ist es noch ruhig. Laut Dieter Lehnert von der Verwaltung stehen am Donnerstag vier Wohnmobile auf dem Platz. Auch er erwartet, dass es am Wochenende mehr werden.