Weniger Bäume, mehr Sicherheit
Kell am See · Rund 50 Segelkunstflieger des Deutschen Aero Clubs (DAEC) mit Sitz in Braunschweig haben sich in Kell getroffen, um die Wettbewerbe der Saison 2015 abzustimmen. Das sogenannte Kopf-über-Treffen bezieht sich auf eine Flugfigur, ohne die kein großer Titel zu holen ist. Termine in Kell kann es vorerst wegen zu hoher Bäume nicht geben.
Kell am See. "Den Rückenflug muss man bei einer Meisterschaft zeigen, sonst wird das nichts mit einem Titel", erklärt Stefan Hau, zweiter Vorsitzender des Luftsportvereins Hochwald-Kell und Vorsitzender des Kunstflugfördervereins. Der international tätige Luftsportfunktionär hatte die Elite des Deutschen Aeroclubs (DAEC) und Kunstflieger aus der Schweiz und Österreich zu Gast. Es wurden Fragen der Terminvergabe für Wettbewerbe, Ausbildung- und Trainingsmethoden sowie die Schiedsrichterausbildung besprochen.
Der Luftsport, der bereits in jugendlichem Alter möglich ist, könnte in Kell zu größeren Höhenflügen ansetzen. "Die Möglichkeit, eine Meisterschaft auszurichten, besteht immer, wenn sich ein Club darum bewirbt und die luftrechtlichen Vorschriften eingehalten werden", weiß der Referent Segelkunstflug im Deutschen Aeroclub, Hermann Kleber.
Sicherheitsabstände, Lärmschutz und Umweltaspekte seien dabei zu beachten, wenn die Teams mit rund 50 Maschinen anreisen sollen.
"Für Kell spricht, dass der Verein sehr engagierte Mitglieder hat, dagegen, dass für den An- und Abflug die Bäume rund um das Flugfeld zu hoch sind", nennt Kleber zwei wichtige Aspekte für und gegen ein Luftsport-Mekka in Kell. Schließlich müsse ein Pilot bei einem Startabbruch noch sicher landen können: "Eine Schneise von 30 Metern würde reichen."
Deshalb appelliert Stefan Hau an die Ortsgemeinde Kell: "Aus Sicherheitsgründen sollten einige Bäume gefällt werden." Der Weltmeister und amtierende Deutsche Meister, Markus Feyerabend (43) aus München, sieht im Keller Club ein hohes Potenzial und meint: "Schade, dass vieles an ein paar Bäumen scheitert." Das sollte in der Ortsgemeinde diskutiert werden. Deshalb bleibt es vorerst in Kell bei einem Trainingslager im nächsten Sommer.
Für das Mitglied der Nationalmannschaft und amtierenden Deutscher Meister, Robin Kemter aus Sinsheim, ist Fliegen mehr als Sport. "Es ist Freiheit, Entspannung und Abstand zu irdischen Problemen", erklärt der 35-Jährige dem TV. Reinhard Mey habe da schon recht mit seinem Lied "Über den Wolken ..."
Ein Segelkunstflugwettbewerb vor heimischer Kulisse im Hochwald steht jedoch weiter in den Sternen. dothExtra
Der Deutsche Aeroclub (DAEC) ist der Dachverband für 150 000 Sportflieger, vom Modellflieger über Ballonfahrer bis zu Piloten motorgetriebener Flugzeuge mit rund 6000 Maschinen. Der Luftsportverein Hochwald-Kell hat 25 Aktive, der Kunstflugförderverein Rheinland-Pfalz mit Sitz in Kell 130 Mitglieder. Beide Vereine besitzen zwölf Flugzeuge, einschließlich der Schleppmaschine. Mehr Informationen über den heimischen Luftsport gibt es im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.lsv-hochwald.de" class="more" text="www.lsv-hochwald.de"%> doth