Weniger Patienten im Saarburger Krankenhaus - Personal wandert ab

Weniger Patienten im Saarburger Krankenhaus - Personal wandert ab

Erstmals seit Jahren ist die Zahl der Patienten im Saarburger Kreiskrankenhaus leicht gesunken. Außerdem muss das Krankenhaus den Weggang von Fachkräften vor allem Richtung Luxemburg verkraften. Der Rückgang der Patientenzahlen war daher auch einer der Gesprächspunkte beim Neujahrsempfang.

7778 Patienten wurden im vergangenen Jahr im Saarburger Kreiskrankenhaus behandelt, das sind 64 weniger als im Vorjahr - ein Rückgang von 0,8 Prozent. Mehr Patienten gab es im Bereich Inneres (+ 107) und Augen (+ 67).
Schwer wiegen dabei aus wirtschaftlicher Sicht vor allem Rückgänge in der Chirurgie (-25) oder der Intensivstation (-49). Auch die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe hatte 137 Patientinnen weniger - die Geburtshilfeabteilung musste ab November vorübergehend geschlossen werden, weil die rechtlichen Vorgaben aufgrund Personalmangels nicht mehr einzuhalten waren.

Ganz anders die Entwicklung in der Fachabteilung für Psychosomatik und in der Psychiatrischen Tagesklinik. Das Angebot ist so gefragt, dass Patienten monatelang auf einen Therapieplatz warten. Auch das Seniorenzentrum ist zu fast 100 Prozent ausgelastet, sagt Holger Brandt, Geschäftsführer des Krankenhauses.

An dem Anfang 2011 selbst gesteckten Ziel, 200 Patienten mehr zu versorgen als 2010, ist das Krankenhaus dennoch gescheitert. Brandt geht noch weiter: "Um die Kostensteigerungen 2012 zu decken, die auch im Rahmen der Tarifverhandlungen wohl auf uns zukommen werden, müssen wir in diesem Jahr 500 Patienten mehr behandeln, um in die Erfolgsspur zu kommen."

In Sachen Personal spürte das Krankenhaus im vergangenen Jahr vor allem die Konkurrenz aus Luxemburg. 13 Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege haben das Haus verlassen. Elf davon seien, sagt Pflegedirektor Harald Lehnertz, nach Luxemburg gegangen. Bei den Altenpflegern, die gingen, wanderten sogar alle sechs ins Ländchen ab.

"Es ist schlimm sagen zu müssen, dass wir da finanziell nicht mithalten können", sagt Lehnertz. "Der Fachkräftemangel zwingt uns, um Mitarbeiter ebenso zu werben wie um Patienten", betonte auch der Betriebsratsvorsitzende Gerhard Kaiser. Es müsse vermehrt Anstrengungen geben, den Abwanderungstrend nach Luxemburg zu stoppen.

2012 wird das Angebot weiter wachsen: eine neue Schwerpunktabteilung für integrierte Schmerztherapie kommt hinzu, die neben der Schmerzambulanz auch Betten haben wird.

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