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Weniger Spielplätze, dafür umso schönere

Weniger Spielplätze, dafür umso schönere

Weniger ist manchmal mehr - deshalb will die Stadt Hermeskeil einen weiteren öffentlichen Spielplatz aufgeben. Dafür wird aber in die übrigen Anlagen kräftig investiert. 13 500 Euro fließen in neue Geräte. Auch der Stadtpark bekommt eine neue Attraktion. Die Elterninitiative, die den Prozess 2014 angestoßen hatte, ist zufrieden.

Hermeskeil. Bis vor einem Jahr gab es noch insgesamt 19 Spielplätze im Stadtgebiet von Hermeskeil, die drei Anlagen der städtischen Kindertagesstätten Villa Kunterbunt, Rosa Flesch und Adolph Kolping mitgezählt. Inzwischen sind drei davon stillgelegt worden - und zwar auf Initiative der Elternschaft. Sie wollten lieber weniger, dafür aber attraktiver gestaltete und intensiv genutzte Spielplätze für ihren Nachwuchs (der TV berichtete mehrfach).
Im Stadtrat informierten nun Stadtbürgermeister Mathias Queck (CDU) und der zweite Beigeordnete Volker König (SPD), zuständig für den Bauhof, über den Stand der Dinge. König teilte mit, dass für einen großen Teil der öffentlichen Spielplätze neue Spielgeräte angeschafft werden. Zugleich wolle man bei anderen Anlagen marode Karussells und Klettergerüste wieder auf Vordermann bringen. Zudem entstehe ein neuer Bolzplatz am ehemaligen Bunker. "Die Fläche ist planiert und soll demnächst eingesät werden", erklärte König. Für die geplanten Anschaffungen seien rund 15 000 Euro im aktuellen Haushalt eingestellt, die Kosten lägen derzeit bei 13 500 Euro.
Das liege auch daran, dass sich viele Eltern über das Familiennetzwerk Hafen "stark bei der Gestaltung der Spielplätze" einbrächten. Mehrere Eltern hätten beispielsweise auf dem Platz an der Kranicherstraße die Spielgeräte neu gestrichen. Im Stadtpark leiste darüber hinaus die Stiftung des Hermeskeiler Ehepaars Karl und Katharina Heil einen "ganz entscheidenden Beitrag". Sie stelle 22 000 Euro zur Verfügung, für die man eine 7,5 Meter hohe Kletterpyramide erworben habe. Das Gerät wird laut König oberhalb des Pavillons aufgestellt. Für die Eltern habe man Sitzsteine geordert, die ab dem 17. Mai im Halbkreis um die Pyramide installiert werden sollen.
Die Aufwertung der ausgewählten Spielplätze bedeute auch, dass man sich von anderen trennen müsse, betonte Queck. Deshalb sei vorgesehen, neben den bereits geschlossenen Anlagen am alten Schwimmbad, am Kölkerberg (Auf Kasels) und im Nelkenweg auch den wenig genutzten Platz am Tivoli zu entwidmen.
Im Gegenzug solle der nahe gelegene Spielplatz an der Nagelstraße weiter aufgewertet werden, erklärte Queck. "Wir wollen damit auch die Mitarbeiter unseres Bauhofs entlasten." Die Grundstücke sollen laut Stadtchef zum einheitlichen Preis von 60 Euro pro Quadratmeter zum Kauf angeboten werden. Wer darauf bauen wolle, müsse zusätzlich Beiträge an die Verbandsgemeinde-Werke zahlen. "Im Ergebnis landet man dann wohl bei etwa 90 Euro pro Quadratmeter."
Eine Diskussion kam auf durch die Nachfrage eines Ratsmitglieds, ob bei dem Grundstück am Nelkenweg wegen der öffentlichen Parkplätze überhaupt eine Zufahrt möglich sei. Dazu ergriff eine im Zuhörerraum sitzende Ärztin aus Hermeskeil das Wort. Sie will demnächst mit ihrer Praxis in die Nähe des Spielplatzes umziehen. Der Erhalt der Stellplätze sei für sie wichtig, um ihren Patienten eine Parkmöglichkeit bieten zu können, ohne die Anwohner durch "Wildparkerei" zu belasten. Queck erklärte, dass man die Grundstücke zunächst "so wie sie sind" anbieten werde - sprich: ohne die Parkplätze anzutasten. "Was wir mit denen machen, die in drei Jahren nicht verkauft sind, können wir immer noch überlegen."

Eltern loben Investitionen


Karin Alt, Koordinatorin des Familiennetzwerks Hafen, begrüßt die Initiativen der Stadt. "Für die Familienfreundlichkeit Hermeskeils ist das sehr gut", erklärt sie auf TV-Anfrage. "Es freut uns auch, dass die Stadt jetzt ordentlich Geld in die Hand nimmt, um neue Geräte anzuschaffen." Ursprünglich sei geplant gewesen, die alten Geräte von den stillgelegten Anlagen instandzusetzen und auf die verbliebenen Plätze zu verteilen. Alt lobt auch die Zusammenarbeit mit Bauhof und Stadtvorstand: "Das geht Hand in Hand."
Die Eltern der Initiative seien froh, dass nun auch der Stadtpark attraktiver werde - und mit den Sitzsteinen eine Bitte der Eltern umgesetzt werde. Langfristig seien noch eine neue Rutsche und Schaukel geplant. Zudem gebe es die Überlegung, Hochbeete im Bereich vor dem Seniorenzentrum anzulegen und diese über Patenschaften mit Kitas und Schulen zu pflegen. "Es soll einfach wieder ein schöner Ort zum Verweilen werden."Extra

Das Dach des Pavillons im Hermeskeiler Stadtpark ist marode und muss erneuert werden. Der Stadtrat hat dafür Aufträge in Höhe von rund 15 000 Euro an Firmen aus Rascheid und Hermeskeil vergeben. Im Haushalt 2016 waren für die Arbeiten 20 000 Euro eingeplant worden. Beschlossen wurde außerdem die Sanierung eines Teilstücks der Stützmauer in der Dechant-Greff-Straße, welche die Straße gegen die darunterliegenden Grundstücke abstützt. Laut dem zweiten städtischen Beigeordneten Volker König ist die Mauer auf einer Länge von etwa 25 Metern in "desolatem Zustand". Es müsse "dringend etwas getan werden, damit die Straße nicht runter-bricht". Auf Beschluss des Rats soll nun die Ausschreibung für die Mauer-Sanierung erfolgen, für die im Haushalt 35 000 Euro eingestellt sind. Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann die "mittelfristig" notwendige Erneuerung von Fahrbahn und Gehwegen in Angriff genommen werden. cweb