Wenn Brennholz unter den Hammer kommt

Extra · Gekauft wie gesehen, das ist das Prinzip einer Brennholzversteigerung im Wald, wo die Stämme vom Forst am Wegesrand abgelegt wurden. Im Staatswaldrevier Sternfeld im Osburger Hochwald hat Förster Markus Kritten das Sagen. Rund 50 Kunden folgten ihm in ein Waldstück zwischen Kell und Holzerath. Dort ging die erste Auktion in dieser Saison über die Bühne.

Kell/Holzerath. Am Rand eines Forstwirtschaftswegs zwischen Kell und Holzerath liegen große Baumstämme, die zu sogenannten Poltern gestapelt sind. 50 potenzielle Brennholzkunden haben an diesem Tag die Gelegenheit, sie kurz in Augenschein zu nehmen. Dann kommt auch schon die Ansage von Förster Markus Kritten: "Neun Raummeter, Tax?", fragt der Revierleiter im Staatswaldgebiet Sternfeld. "Tax", bietet einer der Anwesenden. Bei einer Versteigerung im Auktionshaus würde nun der Hammer fallen. Das Geschäft ist gemacht.
36,40 Euro pro Raummeter


"Wären jetzt mehr als die von Landesforsten festgesetzten 36,40 Euro pro Raummeter geboten worden, wäre es mit höheren Beträgen in Fünf-Euro-Schritten weitergegangen", erklärt Kritten dem TV bei der ersten Brennholzversteigerung der Region in der Saison 2015/2016.
Das kam bei den rund 1500 Raummetern, die an diesem Tag insgesamt im Sternfeld-Revier versteigert wurden, jedoch nur selten vor.
Es blieb also meist bei 36,40 Euro pro Raummeter, was 52 Euro pro Festmeter entspricht (siehe Extra). Dies ist der Taxpreis, den das Amt Landesforsten in Neustadt/Weinstraße vorher festgelegt hat. Dass es keine höheren Gebote gab, "liegt wohl am anhaltend günstigen Ölpreis", vermutet Kritten. Früher seien bei den Auktionen im Wald auch schon mal doppelt so viele Brennholzkunden da gewesen.
Für die ist nach wie vor Buche die Baumart der Wahl, weil sie den höchsten Heizwert hat, eine schöne Glut entwickelt und sich sehr gut zum Grillen eignet.
Bei den Versteigerungen können aber auch Birke und Eiche auf dem Stapel liegen.
Wer "Tax" gerufen oder einen höheren Preis genannt hat, dessen Name wird von Förster Kritten auf einen der Stämme des Stapels geschrieben. Eigentümer ist der Kunde damit noch nicht. Denn erst schreiben die Mitarbeiter die Rechnung vor Ort im Wald. Erst wenn der Kunde die Rechnung beglichen hat, kann das Holz im Wald mit der Kettensäge zerlegt werden.
Wer sein Brennholz im Wald selbst aufarbeitet, muss einen Sachkundenachweis für das Arbeiten mit Kettensäge führen. Das Kleingedruckte dazu steht auf der Rückseite der jeweiligen Rechnung. Dabei ist auch geregelt, dass dieses Holz nur zum Eigenbedarf und nicht zum Weiterverkauf genutzt werden darf.
"Wir haben auch Verträge mit Brennholzhändlern", ergänzt Kritten.
Alles konnte er am Samstagvormittag nicht an den Mann bringen. Aber immerhin 50 000 Euro Umsatz gab es für den Staatsforst. "Die Leute wissen, dass hier immer genügend Holz angeboten wird. Deshalb kommen auch viele aus der Verbandsgemeinde Ruwer.
So etwa Karl-Heinz Bauer aus Waldrach. Er ist schon viele Jahre ein Freund des nachwachsenden Rohstoffes Holz: "Das ist eine saubere Wärme, mit der auch noch Kohlendioxid gebunden wird." Sein Tipp: Klein spalten und trocken lagern. Das ist das Rezept für eine gute Verbrennung mit maximaler Heizleistung.
Stolzer Besitzer eines Kachelofens ist Gabor Darabos aus Geisfeld: "Wenn man schon in einem Waldgebiet wohnt, ist Holz doch im Vergleich zu Öl eine kostengünstige Alternative." Das sei für die Natur und den Menschen eine gute Lösung. Im Februar oder März will Markus Kritten wieder eine Holzversteigerung mit ähnlich hohem Angebot terminieren.
Von Bestellscheinen hält er nichts: "Das ist viel zu viel Aufwand." Menge und Qualität wird vom Kunden vor Ort in Augenschein genommen und akzeptiert. Beschwerden gibt es deshalb kaum.Extra

Das Forstamt Hochwald mit Sitz in Dhronecken und zuständig für die Verbandsgemeinden Hermeskeil, Ruwer sowie Thalfang setzt Brennholz nur per Versteigerung um. "Bislang sind 12 000 Festmeter in diesem Jahr verkauft worden. Für 2016 geplant sind 13 500 Festmeter", informiert der Technische Produktionsleiter (TPL), Jürgen Schmidt. Das Forstamt Saarburg - auch zuständig für die VG Kell - bleibt beim Bestellscheinverfahren. "Dieses Verfahren ist aber für 2015 bereits abgeschlossen", sagt der Vermarkter des Amtes, Andreas Mäs. Restbestände einzelner Reviere in der Verbandsgemeinde Kell können beim Forstamt Saarburg unter Telefon 06581/92630 erfragt werden. Den Taxpreis von 52 Euro pro Festmeter legt das Amt Landesforsten in Neustadt/Weinstraße fest. Er ist im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Ein Festmeter entspricht einem Würfel, der ein Volumen von einem Kubikmeter hat, nur mit Holz gefüllt ist und keine Hohlräume aufweist. Der Raummeter entspricht ebenfalls einem Würfel mit dem Volumen ein Kubikmeter. Das Holz ist bei dieser Berechnungsgrundlage aufgestalpelt und weist auch Hohlräume auf. doth