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Wenn das Saarburger Rathaus zum Élysée-Palast wird

Wenn das Saarburger Rathaus zum Élysée-Palast wird

Rund um den Buttermarkt in der Saarburger Innenstadt stehen bis zum 9. Oktober 14 Plastiken des französischen Künstlers Jivko. Die Ausstellung ist eine Leihgabe aus der lothringischen Partnerstadt Sarrebourg.

Saarburg. Marie-Thérèse Boyrié schaut kritisch. Die Galeristin aus Saarburgs lothringischer Partnerstadt Sarrebourg ist verantwortlich dafür, dass die 14 Großplastiken von José Lopez und seinen Mitarbeitern richtig rund um den Buttermarkt aufgestellt werden. Immer wieder diskutieren die beiden über die ausgesuchten Standorte und die Wirkung der Skulpturen im Straßenbild.
Boyrié freut sich, dass sie den französischen Bildhauer Jivko in Saarburg präsentieren darf. In ihrer Heimatstadt ist es seit 30 Jahren Tradition, dass im Sommer Plastiken namhafter Künstler in der Stadt verteilt werden. Und am Ende steht oft der Ankauf eines der Werke durch die Stadt. Gemeinsam mit dem Saarburger Städtepartnerschaftsbeauftragten Richard Fuhs hat sie die Idee entwickelt, die Innenstadt in einen Skulpturenpark zu verwandeln.

Mit Jivko hat sie einen der renommiertesten Künstler Frankreichs die Saar hinuntergebracht. Mehrere seiner Werke stehen im Palais Élysée, dem Sitz des französischen Staatspräsidenten. Geboren wurde der Bildhauer 1963 in dem bulgarischen Ort Stara Sagora, der Stadt der Poeten und der Linden. Seit 1992 lebt er in der Nähe von Paris. Fuhs betont, dass erstmals in der über 60 Jahre währenden Partnerschaft der beiden Städte eine gemeinsame Kunstausstellung in Saarburg gezeigt wird. Für ihn ist es das letzte große Gemeinschaftsprojekt der Kommunen, bevor er Ende des Jahres in den Ruhestand tritt. "Für die Stadt Saarburg ist es eine große Ehre, dass uns unsere Partnerstadt Sarrebourg Jivkos Bronzeplastiken bis zum Herbst ausleiht und uns beim Aufstellen unterstützt", sagt Fuhs im TV-Gespräch.

Boyrié schwärmt vom Wasserfall und dem Buttermarkt. Der Galeristin ist anzusehen, dass sie Spaß daran hat, die Plastiken in der Innenstadt zu positionieren. Sie lädt die Besucher ein, mit Jivkos Plastiken in Dialog zu treten, sich etwa neben den Cellospieler am Haus Singer zu setzen und neben ihm fotografieren zu lassen.
Neben dem Musiker zeigt Jivko zahlreiche mythische Motive, wie Ikarus, den Sohn des Dädalus, der zu den Sternen fliegen wollte und abstürzte, weil er der Sonne mit seinen Wachsflügeln zu nahe kam. Oder den Minotaurus, den Sohn des griechischen Göttervaters Zeus, ein Wesen mit menschlichem Körper und Stierkopf.
Eröffnet wird der Skulpturenpark am Sonntag, 29. Mai, 11 Uhr, im Amüseum. Zeitgleich wird die Ausstellung mit Bildern des Künstlers Jürgen Ecker eröffnet. Die Werke des saarländischen Kunsthistorikers und Malers sind in der städtischen Galerie bis zum 11. September zu sehen. Ecker malt abstrakt mit Pastellkreide, Öl- und Acrylfarben.