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Wenn der Jahrmarkt zur Info-Börse wird

Wenn der Jahrmarkt zur Info-Börse wird

Horst Fantes sammelt alles, was mit seinem Heimatort Wellen zu tun hat. Im Archiv des Dorfchronisten befinden sich inzwischen mehrere Hundert historische Fotos, Zeitungsausschnitte und andere schriftliche Dokumente. Die Wellener Kirmes nutzte Fantes wie üblich als Informationsbörse.

Wellen. Während auf dem Kirmesplatz reges Treiben herrschte und die Besucher sich beispielsweise vom Musikverein Freudenburg unterhalten ließen, ging es im angrenzenden Bürgerhaus etwas ruhiger zu. Knapp 40 Zuschauer hatten sich im großen Sitzungssaal um Horst Fantes geschart, der wie schon in den Vorjahren die Kirmes dazu nutzte, seine "neuesten" alten Fotos zu zeigen.
Rund 50 Bilder hatte er diesmal mitgebracht, die er seinem Publikum präsentierte. Zu sehen waren Ortsansichten, darunter eine von 1899 (Fantes: "Wellen war damals noch ein kleines Dörfchen"), ebenso einzelne Straßenzüge, etwa die Moselstraße. Besonders interessant: Fantes stellte den Motiven auf seinen Schwarz-Weiß-Bildern die aktuellen Ansichten gegenüber. "Es ist schon erstaunlich, wie sich Wellen im Lauf der Zeit verändert hat", bemerkte der 47-Jährige und erntete damit Zustimmung vom Publikum.
Auch Kritik wurde laut. So seien vor allem in den 1970er Jahren viele alte Häuser in reine Zweckbauten umgewandelt worden, viele schmucke Fassaden seien so verschwunden.
Rund eine Stunde dauerte die Foto-Show, mit der Horst Fantes seit einigen Jahren die Wellener Kirmes und nicht zuletzt auch sein Archiv bereichert. So nutzt der 47-Jährige seine Vorträge nicht nur zur Belustigung der Kirmesbesucher, sondern vor allem dazu, Informationen und neues Material zu sammeln.
"Die Fotos, die ich von den Leuten bekomme, werden digitalisiert und auf Festplatte gespeichert. Mehrere Hundert Bilder habe ich inzwischen zusammengetragen", berichtete Fantes, der vor rund fünf Jahren den Job des Dorfchronisten von Otto Schumacher übernommen hatte. hpü