Wenn die Seele auf der Zunge liegt

Wenn die Seele auf der Zunge liegt

HERMESKEIL/WALDRACH. Einmal jährlich findet seit 1979 im Dekanat Hermeskeil/Waldrach das Dekanatssingen des Bereiches Hochwald statt. Diesmal wiederholten die neun Chöre die Liturgie "Abendlob", die im September des vergangenen Jahres in der Pfarrkirche Zerf zum 250. Jubiläum des dortigen Kirchenchores gesungen worden war.

Das größte Gotteshaus im Dekanat - die Hermeskeiler St.-Martinus-Pfarrkirche - wurde dabei zum Schwingen gebracht. Viele Leute passten nicht mehr in die "Hochwald-Kathedrale", als ein Teil der Sänger, Vorleser mit Geistlichkeit und Ministranten feierlich einzogen. Sie hatten sich alle gut monatelang auf den festlichen Gottesdienst vorbereitet. Die Chorleiter waren gemeinsam mit Dekanatskantor Rafael Klar und Pfarrer Klaus-B. Stankowitz in England. Sie erlebten das "Abendlob" in der Anglikanischen Kirche, das dort jeden Tag mit feststehenden Kathedrale-Chören gefeiert wird. Die liturgischen Texte aus dem "Book of Common Prayer" (Kirchen- und Altarhandbuch der Anglikanischen Kirche) wurden ins Deutsche übersetzt von Pfarrer Stankowitz, der seit seiner in England verbrachten Studienzeit vom "Abendlob" angetan ist. Abwechselnd lobten Priester, Lektoren, der Kantor, die Schola der Chorleiter und die Chöre den Herrn. In seiner Ansprache verglich Stankowitz die Glaubensgemeinschaft mit dem heiligen Zeichen und Sinnbild für Jesus Christus, der Kerze, die ebenso wie diese, wenn sie Bestand haben wolle, etwas an Zeit und Energie hergeben müsse. So, wie alle Chöre für dieses Dekanatssingen etwas geopfert hatten von ihrer Probezeit, damit das Ganze gelingt. Die mitwirkenden Chöre: Kirchenchöre Greimerath, Gusenburg, Hermeskeil, Kell, Reinsfeld, Schillingen, Waldweiler, Züsch, Kinderchor St. Martinus Hermeskeil. Der Kirchenchor Zerf fehlte wegen eines anderen Termins, dafür sangen Zerfer Kinder mit. Neben dem Reinsfelder Neufing, der mit Laurentius Lauterbach die Orgel bediente, waren als Chorleiter Günter Blatt (Schillingen), Helga Dohm-Witt (Greimerath), Andreas Götten (Waldweiler) sowie der musikalische Leiter, Dekanatskantor Rafael Klar, dabei. Letzterer sagte über das gesungene Abendlob: "Es ist so ein Gefühl, als wenn die Seele auf der Zunge liegt!" Neben dem Dekanatssingen gibt es eine Chorleiter-Konferenz, die sechsmal im Jahr tagt, und Workshops für die Chöre, bei denen neue Lieder eingeübt werden. Nach dem Dekanatssingen trafen sich Sänger und Zuhörer im Johanneshaus.

Mehr von Volksfreund