Wenn eine Orgel Bilder zeichnet

Hermeskeil (urs) Vertraute und zugleich außergewöhnliche "Bilder einer Ausstellung" erfüllen das mächtige Kirchenschiff von Sankt Martinus Hermeskeil. Dass das weltberühmte Werk von Komponist Modest Mussorgsky (1839 bis 1881) an einer Orgel gespielt wird, ist schon für sich eine Besonderheit.

Doch die Bilder, die das durch die Kirchenfenster strahlende Sonnenlicht dazu in allen Farben des Regenbogens auf die Wände zeichnet, machen das Konzert auch optisch einzigartig.
Doch in erster Linie ist das Erlebnis Professorin Sohyun Park zu verdanken, einer Organistin von Weltrang. Auszeichnungen prägen ihre Ausbildungs- und Studienzeit in Seoul, Freiburg und Köln. Wettbewerbe führten sie durch etliche europäische Länder. Seit 2013 lehrt sie an der Ewha Frauenuniversität in Seoul. Ihr Gastspiel an der Oberlinger Orgel der katholischen Pfarrkirche Sankt Martinus Hermeskeil hat Kirchenmusiker Karl Ludwig Kreutz vermittelt, Kantor des Dekanats Konz-Saarburg und Professor in Saarbrücken und Freiburg. Orgelvirtuosin Park lobte das Instrument in Hermeskeil: "Ich finde, diese Orgel ist wirklich gut."
Der Hermeskeiler Dekanatskantor Rafael Klar sieht sich bestätigt: Die Stadt könne stolz sein auf dieses Instrument, dessen 34 Register schier unendlich kombiniert und variiert werden könnten. Musiker wie Park würden das sofort erfassen, zeigte er sich beeindruckt von ihrem Gastspiel: "Das war schon echt Weltklasse."
Andreas Bach aus Geisfeld, ebenfalls Musiker und Dirigent, bezeichnete das Konzert als interessant und spannend zugleich. Er könne sich nicht erinnern, bei einem Orgelkonzert schon mal Werke wie das von Mussorgsky oder auch Tschaikowskis "Nussknacker" live gehört zu haben. Super sei aber auch das Orgelstück in G-Dur von Johann Sebastian Bach gleich zu Beginn gewesen.