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Wenn Mosel und Saar nicht Hauptproblem sind

Wetter : Wenn Mosel und Saar nicht Hauptproblem sind

Die ganz großen Schwierigkeiten hat das Hochwasser von Mosel und Saar bisher nicht bereitet. Viel zu tun für die Feuerwehr war trotzdem.

Wenn es viel regnet, haben normalerweise die Anrainer von Mosel und Saar als Erste ein Problem. Aufgrund des Starkregens hat es auch weiter entfernt von den Flüssen zahlreiche Einsätze gegeben. Im Konzer Stadtteil Oberemmel kam es in der Nacht auf Dienstag zu einem Großeinsatz der Feuerwehr, der bis morgens um 5.30 Uhr dauerte. Dort war der Oberste Weiher über die Ufer getreten und hatte das Weingut von Max von Kunow sowie ein angrenzendes Mehrfamilienhaus überschwemmt. Die Feuerwehr brachte sieben im Gebäude vom Wasser eingeschlossene Bewohner durch ein Fenster in Sicherheit. Die Wohnung der Familie Gogreve wurde innerhalb weniger Stunden komplett überschwemmt und am Folgetag ausgeräumt. Unerschütterlich optimistisch sagte Vater Moritz Gogreve: „Alles total egal, Hauptsache wird sind da lebend wieder rausgekommen.“ Der Keller war ebenfalls überschwemmt worden. Dort befinden sich Öltanks mit einem Tankinhalt von 10 000 Litern. Trotz des schwierigen Einsatzes wurde nach Angaben der Rettungskräfte das Wasser nicht mit Öl kontaminiert. Der Gefahrstoffzug des Katastrophenschutzes Trier-Saarburg war dennoch vor Ort für den Fall einer Verschmutzung. Mit vielen Tauchpumpen wurde das Wasser aus den Räumen gepumpt. Winzer von Kunow war der Feuerwehr zudem dankbar, dass sie seinen Wein gerettet hatte.

Während der Hochwasserdamm Oberbillig das Schlimmste verhinderte, stand das Wasser im gegenüberliegenden Wasserbillig in den Häusern. Der dort geplante Hochwasserschutz ist immer noch nicht realisiert. Ebenfalls überschwemmt waren unter anderem der Cityparkplatz in Saarburg, der Campingplatz in Konz-Könen und die K 133 unweit der Wiltinger Kupp.

Durch eine Gerölllawine kam es zu Verspätungen auf der Strecke zwischen Saarburg und Merzig. Für die Züge stand über Stunden hinweg nur ein Gleis zur Verfügung, da das andere nach Auskunft einer Bahnsprecherin erst von Steinen, Schlamm und Geäst befreit werden musste.

Auch in Trier war es eine unruhige Nacht. Im Stadtteil Zewen war es beispielsweise ebenfalls ein Bach, der über die Ufer getreten war. Rund 150 Kubikmeter Geröll mussten in Trier-West weggeräumt werden.