Wenn's richtig kracht
Alle Register ihres Könnens hat die Reinsfelder Feuerwehr bei ihrer Jahreshauptübung gezogen. Ein schwerer Verkehrsunfall mit einem Auto und einem großen Trecker wurde simuliert. Schwerverletzte galt es zu bergen, moderne Technik kam zum Einsatz, und der sichere Umgang mit der Situation wurde geübt.
Reinsfeld. (doth) Ein täuschend echtes Unfall-Szenario: Im Kreuzungsbereich L 148/ Remigiusstraße stößt ein Autofahrer mit einem großen Trecker zusammen. Der Autofahrer wird in seinem Fahrzeug eingeklemmt und steht unter Schock. Ein Radfahrer kann nicht mehr ausweichen und gerät unter den Anhänger der schweren Zugmaschine.
Die Reinsfelder Feuerwehr rückt unter der Leitung ihres Wehrführers Andreas Wagner mit drei Fahrzeugen und 20 Rettern aus, unterstützt vom Roten Kreuz mit Gruppenführer Dieter Holzapfel, seinen Sanitätshelferinnen Verena Eiden und Ramona Maus sowie Rettungsassistent Sven Gogolin. Erste Aufgabe ist die Verkehrssicherung an der Unfallstelle, damit nicht noch mehr passiert. Die hereinbrechende Dunkelheit macht den Einsatz von Leuchtmasten nötig. In Windeseile muss sich Wehrführer Wagner ein Bild von der Lage machen und seine Leute effektiv einsetzen.
Das Rote Kreuz kümmert sich sofort um die Verletzten. Die können jedoch nicht einfach so geborgen werden. Das Auto muss aufgebrochen werden und fängt im Motorraum auch noch Feuer. Der Hänger wird mit Hebe-Kissen unterbaut, die das Unfallopfer von einer tonnenschweren Last befreien. Erst dann kann der "Radfahrer", ein Dummy mit 70 Kilogramm Gewicht, geborgen werden. Brennbare Flüssigkeiten wie Benzin und Öl werden fachgerecht eingedämmt. Alle Handgriffe müssen sitzen und das Zusammenspiel mit dem Roten Kreuz reibungslos laufen.
Über 100 Reinsfelder schauen sich die Szenerie an, an die sie im Ernstfall nie so nah herankommen würden. "Diese Übung hat viele Facetten", bestätigt im Anschluss Wehrführer Wagner und fügt hinzu: "Die Übung verlief ruhig, sachlich und ohne große Fehler." Hier sei der Bevölkerung der hohe Ausbildungsstand der Feuerwehr demonstriert worden. Zeigen wolle man, dass die Einsatzkräfte im Ernstfall da sind und gut gerüstet sind, wenn ihre Hilfe angefordert wird. Nach dem anstrengenden Einsatz haben sich alle Helfer die deftige Gulaschsuppe im Feuerwehrgerätehaus redlich verdient.