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Wenn Schulbusse nicht aufeinander warten

Wenn Schulbusse nicht aufeinander warten

Kinder stranden auf dem Weg zur Saarburger Schule in Wincheringen. Am Umsteigepunkt dort würden die Busse nicht aufeinander warten, beschwert sich ein Vater. Die Kreisverwaltung klärt auf, wo in diesem und anderen Fällen die Probleme liegen.

Wellen/Wincheringen/Saarburg. Michael Carls aus Wellen ist sauer. Schon mehrfach gab es Probleme mit der Schulbusverbindung seines Sohnes. Der Elfjährige geht auf die Realschule plus in Saarburg und fährt morgens gegen 6.45 Uhr mit dem Kleinbus von Wellen nach Wincheringen. Dort steigt er normalerweise an der Grundschule in den großen Gelenkbus nach Saarburg um.
Doch das Umsteigen klappt nicht immer. Schon mehrfach ist der Junge in Wincheringen gestrandet. Mal musste er sich dort abholen lassen. Mal hat der Fahrer des Kleinbusses ihn wieder mit zurückgeholt. Aufgebracht sagt Carls: "Ich weiß nie: Ist das Kind nun in der Schule oder nicht. Aber da muss man sich doch darauf verlassen können, wenn man berufstätig ist!" Obwohl er, seine Frau und die Oma arbeiten würden, sei bislang immer noch jemand zu Hause gewesen, wenn der Junge kam. Carls: "Bislang hatten wir Glück. Aber wo soll das hinführen?" Carls hat sich bei der Kreisverwaltung und dem Busunternehmen beschwert. Beim Busunternehmen sei er abgewimmelt worden, von der Verwaltung habe er nichts gehört, sagt er.
Der TV hat nachgehakt. Martina Bosch, Pressesprecherin der Kreisverwaltung, sagt: "Bedauerlicherweise kam es innerhalb weniger Tage zu diesen Zwischenfällen." Die Witterung sei eine Ursache der Probleme gewesen. Die Vorfälle im Einzelnen: Vor zwei Wochen habe der Fahrer des Kleinbusses seinen Sohn im Wincheringer Zentrum aussteigen lassen mit der Begründung, es sei glatt und er solle doch die Kinder der nächsten Haltestelle zum Bus lotsen, berichtet Carls. Der Sohn und ein weiterer Schüler hätten dies getan. Als der Junge zusammen mit neun weiteren Kindern zum Bus zurückgehen wollte, sei dieser aber weg gewesen - samt seiner Tasche und Handy.
Notfallplan mit Kindern machen


Bosch sagt: "Sicherheit geht vor." Deshalb habe der Busfahrer in diesem Fall nicht über die glatte Straße zum Marktplatz fahren, er habe aber selbst auch nicht aussteigen können. Deshalb habe er die Jungen gebeten, die anderen Kinder zu holen. Es habe gedauert, bis die Schüler gekommen seien. Zehn Minuten habe er gewartet, dann sei er gefahren. Bosch: "Dass der besagte Junge nicht dabei war, hat der Fahrer nicht gemerkt. Er hat bei den insgesamt 80 Schülern, die im Bus mitfahren, den Überblick nicht gehabt." Bosch bittet um Verständnis für die Busfahrer, sie müssten ihren Fahrplan einhalten. Die Tasche habe er einem Mitschüler mitgegeben.
Carls weitere Beschwerde: Vor einer Woche sei der zweite Bus von Wincheringen nach Saarburg angeblich im Schnee stecken geblieben. Carls wundert sich: "Ich arbeite in der Gegend und bin mit dem Auto gut durchgekommen." Sein Sohn sei mit dem kleinen Bus wieder zurück nach Wellen gekommen. Bosch stellt klar: "An diesem Tag hatten beide Busse Verspätung, der erste witterungsbedingt. Der zweite hatte Probleme, am Bahnhof zu wenden." Die Schüler - es seien zwei, die von Wellen über Wincheringen nach Saarburg fahren - hätten in Wincheringen warten müssen - wie die 30 weiteren Schüler, die bereits an der Haltestelle Grundschule gestanden hätten.
Carls kritisiert außerdem, dass sich die beiden Busse in Wincheringen bereits mehrfach begegnet seien, doch der zweite Bus nicht gewartet habe, sondern weitergefahren sei. Bosch: "In diesen Fällen haben die Schüler laut Busunternehmen nicht darauf gehört, was der Fahrer gesagt hat." Er habe die Kinder gebeten, wegen Verspätung am Marktplatz statt wie sonst üblich an der Grundschule auszusteigen. Dort hätten sie den zweiten Bus noch bekommen können, weil dieser den Markt nach der Schule ansteuere.
Generell versichert Bosch, man werde den Umsteigepunkt Wincheringen künftig im Auge behalten, sehe aber derzeit keinen Änderungsbedarf. Sie bittet die Eltern, grundsätzlich einen Notfallplan mit den Kindern (wen können sie anrufen, wohin gehen?) auszumachen, für den Fall, dass der Bus wegen der Witterung oder anderem mal nicht fahre. Darauf weise die Kreisverwaltung, die für die Beförderung von 7000 Kindern und Jugendlichen zuständig sei, regelmäßig hin.
Martina Bosch bittet alle Betroffenen, sich bei Problemen mit der Schülerbeförderung an die Kreisverwaltung zu wenden, per Telefon T: 0651/715-0 oder im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.trier-saarburg.de" text="www.trier-saarburg.de" class="more"%> unter Landkreis/Schulen, Button "Beschwerde Schülerbeförderung". Die Verwaltung reagiere in der Regel kurzfristig.