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Wenn sich die Flüsschen krümmen

Wenn sich die Flüsschen krümmen

Zugewuchert und kerzengerade in einen Graben gepresst - dieses Schicksal teilen auch in der Verbandsgemeinde Konz viele kleine Flüsse und Bäche. Nun will sie die VG in einer sogenannten Bachrenaturierung umgestalten. Bis spätestens 2015 sollen acht kleinere Gewässer in der Region wieder in ihren natürlichen Verlauf zurückgesetzt werden. Die Kosten für das Projekt belaufen sich planungsgemäß allein für dieses Jahr auf 1 264 000 Euro.

Konz. Schnurgerade verläuft der Konzer Bach unterhalb von Krettnach. Teilweise wuchern Sträuche und Bäume in das Wasser. Ein Zustand, der schnellstmöglich verändert werden muss, findet Thomas Adler.

"Durch solch einen Bachlauf kann es vermehrt zu Überflutungen kommen. Das Regenwasser läuft schneller ab als in natürlichen Gewässern", erklärt der Leiter der Tiefbauabteilung im Konzer Rathaus. Baumaßnahmen in den 60er und 70er Jahren haben viele kleine Gewässer in der Verbandsgemeinde (VG) ihres natürlichen Verlaufs beraubt. Die Folge: Vereinzelt hat es schon Überflutungen gegeben. Im Rahmen der sogenannten "Bachrenaturierung" soll deshalb der ursprüngliche Verlauf mit kleinen Kurven wieder hergestellt werden.

Insgesamt acht kleinere Gewässer sollen ihren natürlichen Verlauf zurückerhalten. Schon in diesem Jahr will die VG mit den Arbeiten am "Konzer Bach" mit dem Zulauf "Kommlinger Bach" (von Krettnach bis Schul- und Sportzentrum Konz) und am "Aubach" (im Bereich Franzenheim) beginnen. Weitere Arbeiten sind bis 2015 am Mannebach/Mausbach/Albach (im Bereich Tawern), am Oberemmeler Bach (von Krettnach bis Wiltingen), am Meiersbach, am Maarbach sowie an kleineren Bachläufen in der Domänenstraße und am Wiesengraben geplant.

Für die Kosten hat die VG allein für das Jahr 2009 eine Summe von 1 264 000 Euro veranschlagt. Zumindest bei den Aktionen am Konzer Bach und am Aubach wird die VG dabei von Fördermitteln aus der Europäischen Union und der "Aktion Blau" unterstützt.

"Unser Ziel ist es, die Gewässer wieder so herzurichten, dass sie funktionsfähig sind", erklärt Thomas Adler. Neben dem Verlauf der Bäche soll deswegen auch die Bepflanzung am Ufer untersucht und das Wasser von Unrat und Abfällen befreit werden. Der Ausbau von Randstreifen, sogenannte "Pufferzonen", sollen Schadstoffe vom Wasser fernhalten und die Selbstreinigungskraft des Baches verbessern. Für diese Maßnahme ist die VG allerdings auf Flächen angewiesen, die noch im Besitz von Privateigentümern liegen.

VG will Flächen für Renaturierung kaufen



In den kommenden Monaten will sich die VG deshalb an die betroffenen Besitzer wenden. "Am einfachsten wäre es natürlich, wenn wir diese Flächen kaufen könnten", meint Thomas Adler. Ansonsten müssten andere Lösungen gefunden werden.

Ab spätestens Herbst wird das Ingenieurbüro Hömme und Partner aus Pölich mit den Renaturierungsmaßnahmen am Konzer Bach und am Aubach beginnen. Fehlende Kurven und verunreinigtes Wasser wird es dann nicht mehr geben.