Wenn Wünsche Wirklichkeit werden
Nachdem die Gemeinde Naurath/Wald beim Konjunkturpaket II leer ausgegangen ist, soll die Erweiterung des Bürgerhauses zügig durchgezogen werden. Dies kann sich der 240-Einwohner-Ort dank jährlichen Windkraft-Einnahmen und trotz hoher Straßenbauschulden leisten.
Naurath/Wald. Mit einigen Monaten Verspätung hat der Gemeinderat Naurath seinen Haushalt 2009 beschlossen. Die aufwendige Umstellung auf die "Doppelte Kaufmännische Buchführung" (Doppik) hat die Verbandsgemeindeverwaltung ins Hintertreffen geraten lassen. Den ordentlichen Geschäftsablauf beeinträchtigt das jedoch nicht, wie Bürgermeister Michael Hülpes in der Sitzung betonte: "Es bleibt nichts liegen." Allerdings werde die Verwaltung wohl weitere personelle Verstärkung brauchen. Die steigende Belastung der Gemeinden bedauert er. Zumal deren ermitteltes "Vermögen" durch vorsorgliche Abschreibungen wie für Reparaturen oder Ersatzkäufe schmelzen werde.
Vorerst steht Naurath auf soliden Beinen. Dank jährlicher Windkraft-Einnahmen von 40 500 Euro kann sich der Ort auch die Erweiterung und Sanierung des Bürgerhauses leisten. 490 000 Euro sind dafür einschließlich 18 000 Euro Planungskosten veranschlagt. Nachdem die Gemeinde beim Konjunkturpaket II leer ausging, will Ortsbürgermeister Werner Weber die Arbeiten nun zügig durchziehen. Ursprünglich waren - beginnend mit der Dacherneuerung - zwei Bauabschnitte vorgesehen. Mit dem sich abzeichnenden Druck des Naurather "Heimatbuches" wird ein zweites Wunsch-Projekt Wirklichkeit. Die ersten Spendenzusagen von Firmen und Banken habe er erhalten, berichtet Weber, der zudem auf einen Landeszuschuss für die Kosten von 8000 bis 10 000 Euro hofft. Fakten und Fotos hat Ernst Jakobs zusammengetragen, der für die Texte verantwortlich zeichnet.
Ein wichtiger Posten im Haushalt sind 5800 Euro für den Kauf eines Grundstücks, auf dem das dritte Naurather Windrad errichtet werden soll. Daneben sind 4800 Euro veranschlagt für den Friedhofsparkplatz und 12 000 Euro für den Hauptstraßen-Verbindungsweg. Die Schulden der Gemeinde sind allerdings schon hoch. "Wir haben zwei Millionen Euro verbaut in den letzten vier oder fünf Jahren", erinnert Weber an die Straßenbauarbeiten. Ende 2008 beliefen sich die Schulden auf 469 520 Euro, Ende 2009 werden es etwa 458 342 Euro sein, was für jeden der 240 Naurather 1902 Euro Schulden bedeutet. Das sei zwar viel, sagt Bürgermeister Hülpe, doch andererseits verfüge Naurath dank der Windkraft über gute Einnahmen. Dass der Forst für 2009 von einem Minus in Höhe von 6500 Euro ausgeht, liege vor allem am kränkelnden Holzmarkt. "Wir haben Preise unterstellt, die wir nicht durchsetzen konnten", erklärt Förster und Ratsmitglied Peter Meyer. Außerdem habe es sich mit Einführung der Doppik ergeben, dass im Vorjahr ein Plus von 29 000 Euro erwirtschaftet wurde. Nach dem bisherigen Buchungssystem wäre ein Teil der Einnahmen 2009 gebucht worden. Unterm Strich summieren sich die Erträge 2009 auf 314 198 Euro, denen 422 906 Euro Aufwendungen gegenüberstehen, macht ein Minus von 108 708 Euro. In diesen stecken vorsorgliche Abschreibungen in Höhe von 139 000 Euro, aber auch 72 000 Euro Plus aus aufgelösten Sonderposten.