Werbung für Hilfe von außen

SAARBURG. Die demografische und wirtschaftliche Entwicklung im Land bringt es nach Ansicht der Arbeiterwohlfahrt (Awo) mit sich, dass immer mehr Menschen auf Hilfe "von außen" angewiesen sind. Der "Tag der Awo" auf der Burg sollte auf diese Hilfe, insbesondere auf die Arbeit des Ortsvereins Saarburg, aufmerksam machen.

Die Zeit schien stehen geblieben zu sein im historischen Gemäuer der Burg hoch über den Dächern Saarburgs. Mittelalterliche Spielleute tummelten sich auf dem Gelände, und sogar eine Wikingergruppe hatte ihre Zelte aufgeschlagen. "Bardargj Sleggja" nennen sich die vier jungen Leute aus Konz, die mit ihren Aktionen nach eigenen Angaben das Leben der "Männer und Frauen aus dem hohen Norden" möglichst realistisch und zum Anfassen nachstellen wollen.Info über aktuelle Projekte

Organisator des bunten Treibens auf der Burg war der Saarburger Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt. "Wir haben sogar einen Märchenerzähler für Kinder verpflichtet, doch mangels Nachfrage kam er nicht zum Einsatz", berichtete Hans-Werner Biewen, Vorsitzender des Awo-Ortsvereins Saarburg. "Mit insgesamt rund 150 Besuchern sind wir dennoch zufrieden." Schirmherr der Veranstaltung war der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik Hering. Für die musikalische Umrahmung war gesorgt, und wer die Gelegenheit nutzen wollte, schloss sich der stilecht gewandeten Anne Wincheringer zu einer Führung durch das Burggemäuer an. Im Mittelpunkt des landesweiten Tages der Awo standen Informationen über die Organisation und ihre aktuellen Projekte. Zu den Aktivitäten des Saarburger Ortsvereins gehören das Organisieren von Kinder- und Jugendfahrten ebenso wie die finanzielle Unterstützung von sozial schlecht gestellten Familien. "Manches Kind hätte vermutlich nicht auf Klassenfahrt gehen können, wenn wir nicht da gewesen wären", berichtete Hans-Werner Biewen. Hans Steuer, Vorsitzender des Awo-Kreisverbands, erklärte: "Zunehmende Bedeutung ist in Zukunft dem Dienstleistungssektor beizumessen." Ein Beispiel für Steuers These: "Schon heute müssen in vielen Familien beide Elternteile arbeiten gehen. Unter diesen Umständen kann es schnell zu einer Notsituation kommen - wenn die Mutter plötzlich ins Krankenhaus muss, und der Vater keine Zeit hat, sich um die Kinder zu kümmern." In diesem Fall stelle die Awo - falls Hilfe angefordert werde - fachlich geschultes Betreuungspersonal zur Verfügung.Neue Mitglieder sind wichtig

Außer dem breit gefächerten Hilfsangebot zählen Informations- und Werbeveranstaltungen - beispielsweise der Awo-Tag auf der Burg - zum Tätigkeitsfeld der Organisation und damit zu dem des Saarburger Ortsvereins. Denn die Werbung von neuen Mitgliedern sei aus mehreren Gründen wichtig. Dazu Hans Steuer: "In unseren Ortsvereinen trifft man nicht selten auf überalterte Strukturen." Darüber hinaus habe die demografische und wirtschaftliche Entwicklung im Land dazu beigetragen, dass immer mehr Menschen auf Hilfe "von außen" angewiesen seien. Genau deshalb strebe man eine steigende Mitgliederzahl an. Nach Auskunft von Ortsvereins-Chef Biewen ist das zumindest in Saarburg gelungen. "In den vergangenen drei Jahren konnten wir die Zahl unserer Mitglieder von 28 auf immerhin 80 erhöhen."