West Virginia im Hochwald

HERMESKEIL. Die vorletzte Veranstaltung der Reihe "Kultur pur" hat das Duo Barth & Irsch bestritten. Die Kulturhalle in Reinsfeld war mit über 100 Besuchern fast ausverkauft. Die Organisatoren zeigten sich aufgrund der Resonanz sehr zufrieden.

 Konzentriert bei der Sache: Reinhard Irsch (hinten) und Helmut Barth trugen folkige Lieder der 60er- und 70er-Jahre vor. Foto: Karl-Georg Schroll

Konzentriert bei der Sache: Reinhard Irsch (hinten) und Helmut Barth trugen folkige Lieder der 60er- und 70er-Jahre vor. Foto: Karl-Georg Schroll

"Barth & Irsch einmal anders", kündigte ein Faltblatt den Kulturabend an. Jon Freeman sollte das Duo musikalisch mit Mandoline, Akustic-Bass, Gitarre und Gesang verstärken. Daraus wurde aber nichts. "Unser dritter Mann sitzt in Kaschmir", sagte Reinhard Irsch. "Jon Freeman ist in die Krisenregion gerufen worden, um mit den Maltesern den Menschen dort zu helfen." So musste Helmuth Barth die Last der instrumentellen Begleitung allein tragen. Das Publikum störte das nicht. Irsch kündigte ein "herbstliches Programm" an, das das Duo dem Publikum vorstellen wolle: folkige Songs, die Musikgeschichte geschrieben haben, überwiegend aus den späten 1960er- und 1970er-Jahren. John Denver, Cat Stevens und insbesondere Paul Simon waren die musikalischen Leitbilder, ihre Lieder kannte das Publikum - und die Besucher in den hinteren Reihen sangen auch schon mal mit. Die tadellose Akustik im Saal der Kulturhalle webte diesen "Background-Gesang" in die Darbietungen auf der Bühne ein. "West-Virginia" von John Denver oder "Leaving on a Jet-Train" von Peter, Paul and Mary verhalfen den Emotionen zu freier Entfaltung.Stimme und Gitarrenspiel begeistern Besucher

Der Gesang von Irsch und das Gitarrenspiel von Barth waren für sich allein schon ein Erlebnis. Beide wären sicherlich auch als Solisten erfolgreich. Irsch gelingt es, seine Stimme der anglo-amerikanischen Tradition anzupassen. Mit seinem relativ hohen und klaren Gesang lassen sich auch anspruchsvolle Titel wie "American Tune" oder "America", Solostücke von Paul Simon, fast beängstigend nah am Original interpretieren. Barths präzises und zum Teil sehr filigranes Gitarrenspiel erinnert stark an den Iren Paul Brady, an Peter Yarrow oder Paul Stokey (beide von "Peter, Paul and Mary"). Kein Wunder, dass das Publikum den Interpreten auf der Bühne seine Aufmerksamkeit zuwandte. Barth und Irsch sind Künstler, die sich viel selbst beigebracht haben. Kaum ein Zuhörer ahnte, dass Helmut Barth im Hauptberuf Raumausstattermeister ist, und Reinhard Irsch Industriemeister. Die beiden lernten sich beim Tennis kennen; erst nach fünf Jahren haben sie erkannt, dass sie Musiker sind, die zueinander passen. Seit einem Jahr spielen sie zusammen. Zufrieden mit dem Konzert zeigten sich die Organisatoren, unter ihnen Reisnfelds Erster Beigordneter Hans-Peter Philipp und Gemeinderatsmitglied Giselind Rossman, allein schon wegen des großen Andrangs und des sehr glücklichen Publikums. Am 27. November schließt das "5. A-Capella Festival" die Reinsfelder "Kultur pur"-Tage in der Kulturhalle ab.

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