Wichtel unterstützen Hospizarbeit

Kell/Hermeskeil · Erst seit wenigen Monaten hat sich Waltraud Stein aus Kell ihrem neuen Hobby verschrieben. Sie filzt lustige Wichtel, die sie aber weder verschenkt noch behält, sondern zugunsten des Hospizvereins Hochwald verkauft.

Kell/Hermeskeil. Sie sehen lustig aus, die fröhlichen Männlein mit ihren kugelrunden Backen, den mächtigen Bärten und den unverzichtbaren Zipfelmützen. Gut gelaunt und in Monturen so farbenfroh wie der Regenbogen wetteifern sie um die Gunst der Menschen, die sie bestaunen. Manche gucken sich ihren Favoriten auf Anhieb heraus - andere tun sich schwer, sich für einen der Wichtel zu entscheiden. Dabei haben sich die vergnügten Gesellen eben dafür auf den Weg gemacht: Sie wollen unbedingt gekauft werden - und zwar für einen guten Zweck. Denn jeder Euro, der für sie gezahlt wird, fließt eins zu eins an den Hospizverein Hochwald (siehe Extra).
Die ungewöhnliche Aktion, von Waltraud Stein aus Kell zum ersten Advent gestartet, läuft noch bis zum heutigen sechsten Januar. Die 52-Jährige ist quasi die Mutter der Wichtel, die einen wertvollen Beitrag leisten für das binnen weniger Jahre nicht mehr wegzudenkende Engagement von Hospizkräften. Daher steht für Stein auch schon heute fest, dass sie über das selbst gesteckte Aktionsziel hinaus weiterhin eifrig filzen wird.
"Ich halte den Hospizverein für eine gute Einrichtung und will seine Arbeit unterstützen", begründet die aus Reinsfeld stammende Altenpflegerin ihren Einsatz. 20 Jahre arbeitete sie in diesem Beruf, der ihr beständig vor Augen führte, wie wertvoll Hospizarbeit ist. Ähnlich wie als Angestellte ihres Mannes, des Apothekers Jürgen Stein, für den sie Medikamentenfahrdienste und die Arbeit im Büro übernimmt oder auch die Schaufenster dekoriert.
Die kreative Ader habe schon immer in ihr geschlummert, erzählt Stein, die das vor allem im Urlaub sehr gern auslebt. Während andere sich aufs Faulenzen freuen, packt sie sich Arbeit in den Koffer. Im vorigen Frühjahr meinte sie es besonders gut mit sich und nahm ungewöhnlich viel Wolle mit auf die Reise. Sie wollte sich im Filzen üben, einem Hobby, das sie sich selbst aneignete. Dass ihr das beeindruckend gut glückte, beweisen gefilzte Sternenschalen - und etwa 140 von ihr gefilzte Wichtel. Inzwischen sind davon bereits mehr als 100 verkauft. Über Bekannte zog es den ersten ins Rheinland und fünf weitere nach Österreich.
Andere fanden ihre Käufer in der Apotheke, über Gleichgesinnte wie Hospizhelferin Dany Metzen oder in Läden von Unterstützern. Ein örtlicher Gartenbauer bietet die Filzmännlein ebenso an wie eine Ergotherapeutin in Trier oder eine Yogalehrerin in Zerf. Dank der engagierten Hilfe summiert sich der mit den Wichteln erzielte Erlös bereits auf etwa 1200 Euro, die Stein abzugsfrei an den Hospizverein weiterleiten wird. Die benötigte Wolle bringt sie auf eigene Rechnung mit ein - ebenso wie ihre Arbeit: "Das ist dann meine Spende."Extra

Seit dem Jahr 2000 bildet der Hospizverein Hochwald e.V. Hospizhelfer aus. Aktuell begleiten etwa 20 Frauen und fünf Männer ehrenamtlich totkranke Menschen - pro Jahr um die 40 - und deren Angehörige. Darüber hinaus beteiligt sich der Verein, der mit der Waldbreitbacher Marienhaus GmbH Träger des 2003 gestarteten Ambulanten Hospizes Hochwald ist, an den Kosten für Kurse und Begleitungen. Wer die Arbeit des Vereins sowie der Hospizhelfer und Hospizfachkräfte unterstützen möchte, kann spenden: IBAN-Nummer DE87585647880000807349 bei Volksbank Hochwald. Kontakt: Margarethe Klein-Abend, Telefon 06503/81-5805, E-Mail hospiz@her.marienhaus-gmbh.de Infos: <%LINK auto="true" href="http://www.hospizverein-hochwald.de" class="more" text="www.hospizverein-hochwald.de"%> urs