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Wie klappt die Verkehrsberuhigung in Ayl?

Verkehrsentwicklung : Zunehmender Verkehr sorgt für Unmut in Ayl

Innerhalb weniger Monate haben sich zwei Bürgerinitiativen in Ayl zum Thema Verkehrsberuhigung auf den Weg gemacht. Wieso beide nicht zufrieden sein können.

Immer wieder sorgt das stärkere Verkehrsaufkommen in Ayl für Unmut bei den Bürgern. Nach der Eröffnung der Konz-Könener Umgehung wird das Weindorf an der Saar wohl noch viele Jahre auf seine Ortsumfahrung warten müssen. Ein offener Brief von Anliegern hat nun im Dorf für Aufsehen gesorgt. Darin fordern knapp 70 Bewohner des parallel zur Bundesstraße 51 verlaufenden Wiesenwegs dessen Umwidmung in eine Anlieger-frei-Zone. Schon im Oktober 2020 hatte sich in Ayl eine erste Bürgerinitiative gegründet, die den zunehmenden Verkehr auf der Bundesstraße ausbremsen möchte.

Zwei Vertreter dieser ähnlich motivierten Gruppe, Werner Rommelfangen und Nadine Maus, bekamen in der jüngsten Gemeinderatssitzung, entgegen der sonstigen Gepflogenheiten, die Gelegenheit, ihre Forderungen mündlich zu begründen. Sie taten das, vor mehr als zwei Dutzend Besuchern, mit einiger Emotionalität und Vehemenz. Durch die Fertigstellung der Ortsumgehung von Konz-Könen habe vor allem der LKW-Verkehr noch einmal zugenommen. Michael Bartnick vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) hatte im vergangenen Herbst geschätzt, dass rund 9000 Fahrzeuge täglich durch Ayl rollen, eine Zählung im Jahre 2015 hatte 6150 Passagen ergeben. Bei stockendem Verkehrsfluss zu den morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten würden viele Ortskundige den Wiesenweg als Umfahrung nutzen, sagen die Antragsteller, auch um in Richtung Biebelhausen zu kommen. Die Anwohner, vor allem Senioren und Kinder vor Gefahren und Lärm zu schützen, sei oberstes Gebot, heißt es in dem Brief der als Antrag an den Ayler Gemeinderat formuliert ist und 67 Unterschriften der Anwohner trägt.

Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass alle Maßnahmen, die zur Verringerung des Durchgangsverkehres führen, positiv zu sehen sind. Einen provisorischen Bodenschweller gebe es bereits, der auch schon zur Verringerung der Geschwindigkeit geführt habe, hieß es. Darüber hinaus seien dem Rat der Gemeinde jedoch die Hände gebunden, man habe schlicht nicht die Befugnis, ein solches Anliegen zu entscheiden, das sei Sache übergeordneter Behörden. Monika Fell vom Saarburger Ordnungsamt stellt klar, dass laut Polizei auch keine Gefahrenlage in Bezug auf Unfälle bestehe.  Geschwindigkeitsmessungen hätten durchweg ergeben, dass die Fahrer im Rahmen des Erlaubten geblieben seien. Außerdem befürchten einige Ratsmitglieder, dass so ein Präzedenzfall geschaffen werden könnte. Es gebe in Ayl und Biebelhausen viele Straßen, die ähnlich gelagerte Probleme hätten.

Also wurde der Bürgerantrag in dieser Form abgelehnt, die möglichen, verkehrsberuhigenden Maßnahmen jedoch grundsätzlich unterstützt. Ortsbürgermeister Siegfried Bidinger sagte zu, sich bei den zuständigen Stellen dafür einzusetzen: „Wir werden tun, was wir können.“

Zudem habe er „Signale bekommen, dass es mit der großen Ortsumgehung nun doch etwas schneller vorangeht.“ Die Wiesenweg-Initiative will den Kopf nicht in den Sand stecken, wie zu hören ist.