1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Kommunalpolitik: Wie viel Werbung verträgt Konz?

Kommunalpolitik : Wie viel Werbung verträgt Konz?

Nachbesserungen: Eine neue Satzung der Stadt Konz setzt ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Trier um.

Werbung muss sein, damit die Geschäfte laufen. Aber Wildwuchs, wie es in manchen amerikanischen Großstädten gang und gäbe ist, soll hierzulande Einhalt geboten werden. Seit 2013 hat die Stadt Konz eine Satzung, die das regelt.

Ziel ist dabei die positive und einheitliche Gestaltung von Werbeanlagen, von großen Bildschirmen, die ständig neue Informationen einspielen, bis zum beschrifteten Schaufenster. Im Rahmen eines Bauantrages zu einer Werbeanlage im Bereich des Rewe-Centers hat sich jedoch gezeigt, dass in dieser Satzung Nachbesserungen erforderlich sind. Das gilt sowohl für den Geltungsbereich, als auch für die Formulierungen.

Vor zwei Jahren hat dafür sogar eine Verhandlung des Verwaltungsgerichtes Trier vor Ort stattgefunden (der TV berichtete). „Erst durch diesen Bauantrag der Firma Rewe hat sich gezeigt, dass Nachbesserungen bei dieser Satzung nötig sind“, sagt dazu der Sprecher der Stadt, Michael Naunheim. Auffallend beim neuen Plan sind die grüne und orangene Farbe. „Grün heißt, dass hier die neue Satzung gilt“, erklärt Naunheim. Die orangenen Teile fallen raus. Hier habe der Bestand an Werbeanlagen schon, wie Fachleute es nennen, zu einer „Überformung“ geführt, so dass eine Regelung über die Satzung nicht mehr möglich ist.

Die wichtigsten Änderungen der geänderten Satzung betreffen jetzt auch Werbeanlagen, die nur gelegentlich oder kurzfristig, jedoch mindestens für zwei Monate, angebracht oder aufgestellt werden und damit genehmigungspflichtig werden. Sie sind jetzt grundsätzlich nur noch an der Stätte zulässig, an der auch die beworbene Leistung erbracht wird.

Ausgenommen von dieser Regelung sind größere Werbeanlagen, die fast ausschließlich der Fremdwerbung dienen. Damit kann auch für andernorts ansässige Unternehmen oder deren Produkte geworben werden. „Wir haben aus dem Urteil gelernt, dass diese Werbeformen nicht generell in einem Mischgebiet auszuschließen sind“, sagt der Stadt-Sprecher. Deshalb wurde diese Ausnahmeregelung in die geänderte Satzung aufgenommen.

Jetzt erfordern aber auch Werbeflächen an Fenstern mit Beklebungen, Beschriftungen oder Bemalungen ebenfalls eine Genehmigung der Unteren Bauaufsicht. Diese müssen, wie Werbeanlagen auf Fassadenflächen, aus Einzelbuchstaben bestehen.