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Wie wär's mit einem Seitensprung?: Knapp 200 Wanderfreunde eröffnen den Saar-Riesling-Steig bei Ockfen

Wie wär's mit einem Seitensprung?: Knapp 200 Wanderfreunde eröffnen den Saar-Riesling-Steig bei Ockfen

Ein Wanderweg, drei Dörfer: Die neue Trasse ist nicht nur sehr anspruchsvoll, sondern auch ein verbindendes Element zwischen Ockfen, Schoden und Wiltingen. Die Eröffnungswanderung dauerte sieben Stunden, aber nur, weil an verschiedenen Stationen kulinarisch gezeigt wurde, warum dieser Weg seinen Namen verdient hat.

"Wie wär's mit einem Seitensprung", habe er Steffi Koch von der Saar-Obermosel-Touristik gefragt, erzählt der Schodener Ortsbürgermeister Andreas Pauly - und hat damit sofort die Lacher auf seiner Seite.

Ein unanständiges Angebot hatte er der Touristikerin damit nämlich nicht gemacht. Vielmehr ging es um den neuen Saar-Riesling-Steig, ein sogenannter Seitensprung des Moselsteigs, zu dessen Freigabe und Einsegnung am Samstag fast 200 Wanderfreunde gekommen waren.

Andrea Pauly freut sich über die neue Trasse - gerade jetzt sei eine gute Wanderzeit: "Weinberge, Bachtäler, Ausblicke, dieser Weg hat gerade im Herbst viel zu bieten." Vor der neuen Saison im nächsten Jahr will die Saar-Obermosel-Touristik tüchtig werben, um möglichst viele Wanderer vom neuen Seitensprung zu überzeugen. Grundlage dafür sei die Bewertung des Deutschen Wanderinstituts in Marburg: "Das Prädikat Premium steht fest. Nur die Urkunde mit der Punktzahl fehlt noch."

Pauly lobt ausdrücklich die Arbeit des ehemaligen Ortsbürgermeisters Martin Wagner, einem ausgewiesenen Wanderfreund, der den 18 Kilometer langen Weg gemeinsam mit dem Wanderwegewart Gerhard Athen festgelegt hat.
Am Fuße des Geisbergs begrüßt der Ockfener Ortsbürgermeister Gerd Benzmüller die Gäste: "Hier am Geisberg treffen sich Schoden, Ockfen und Wiltingen." Der neue Weg verbinde die Dörfer, Einheimische wie Touristen, mit den landschaftlichen Reizen und dem Riesling.

Auch der Wiltinger Ortsbürgermeister Lothar Rommelfanger ist hellauf begeistert. Mit einem Glas Rieslingsekt in der Hand hält Verbandsgemeindebürgermeister Jürgen Dixius seine Rede: "Hier wird ein neues Kapitel für Wanderer aufgeschlagen, die unsere Region intensiv erleben wollen." Gemeint sind nicht nur die 18 Kilometer Länge, sondern auch das viele Auf und Ab der Strecke, das Fitness verlangt.

"Die 17 500 Euro für Beschilderung und Ruhebänke haben sich gelohnt", findet Dixius. Er mahnt aber an, dass auch die gastronomische Seite des Wandertourismus weiterentwickelt werden müsse: "Je mehr Gäste kommen, umso lohnender wird das."

Kaplan Jonas Weller segnete den Steig. "Hier kann der Wanderer die Schönheit der Schöpfung erfahren", sagte er. Die Trasse sei eine Verbindung zwischen Natur und Kultur.

Sieben Stunden lang waren die Wanderer bei der Premierentour unterwegs - dank etlicher Pausen mit Riesling und herzhaften Speisen.