Wieder am alten Standort

Am Merziger SHG-Klinikum soll es bald ein Schmerztherapie-Zentrum geben. Das hat SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel bei der Vorstellung der Palliativstation am alten Standort angekündigt.

Merzig. SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel hat die Lacher auf seiner Seite, als er auf die Unterschiede zwischen Mann und Frau hinweist: "Frauen leben länger als Männer und erhalten Blumensträuße", schmunzelt er. Der Beweis: Für Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich gibt bei der Vorstellung der Palliativstation am alten Ort ein duftiges Bukett. Mit Freuden vernehmen die Gäste Vogtels Eingeständnis, dass die Verlegung der Station von dem separaten Haus auf dem Gelände des Klinikums in die Klinik ein Fehler war. Dies hatte nach seinen Worten zu Recht eine öffentliche Diskussion ausgelöst. "Es ist aber besser Fehler zu machen und die zu korrigieren statt nichts zu machen und zuzusehen, wie das Ganze den Bach runtergeht." Mitte 2012 war bekannt geworden, dass die Station mit ihren sechs Betten aus dem Flachbau nahe dem Klinik-Hauptgebäude in den Bereich Innere Medizin verlegt werde, was einen Sturm der Empörung auslöste. So initiierte die Arbeitsgemeinschaft Altenhilfe eine Unterschriftenaktion, an der sich 6000 Bürger beteiligten und für den Verbleib der Station am bisherigen Standort aussprachen. Als die Initiatoren Anfang Januar 2013 die Unterschriften an den damaligen Klinik-Verwaltungsleiter Wahrheit übergaben, erfuhren sie von ihm, dass der Umzug bereits im Dezember über die Bühne gegangen war.
Und noch eine Überraschung hat Vogtel für seine Zuhörer parat: Im zweiten Quartal soll die Palliativstation durch ein Schmerztherapie-Zentrum mit sechs Betten ergänzt werden, in dem die Ärzte fachübergreifend bei der Behandlung des Patienten zusammenarbeiten - "Dank Professor Matthias Strittmatter", wie er ergänzte.
"Wir sind auf einem guten Weg", kommentiert Christoph Schwarz, Verwaltungsdirektor des Merziger SHG-Klinikums, diesen Plan.
Auch er spricht von einem Fehler, der nicht nur unter den Betroffenen für Diskussionen gesorgt hatte. "Wir haben ihn aber revidiert", sagt er. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich wie auch Merzigs Bürgermeister Marcus Hoffeld loben den Beschluss der Geschäftsleitung, ihre Fehlentscheidung rückgängig zu machen und die Palliativstation wieder in den Flachbau nahe dem Klinik-Hauptgebäude zu verlegen.
Der Umzug in den Bereich Innere Medizin war nach Ansicht von Schlegel-Friedrich keine gute betriebswirtschaftliche Entscheidung und vor allen Dingen schon gar keine gute für die Patienten. Hoffeld erinnert an die 6000 Bürger, die mit ihrer Unterschrift für diesen Standort kämpften. Vor wenigen Wochen habe ihm Vogtel angekündigt, dass die Palliativstation im Februar umziehe. "Und Sie haben Wort gehalten."
Als Ziele der Palliativmedizin nennt Chefarzt Dr. Peter Henkel die Lebensqualität von Schwerkranken und Sterbenden zu verbessern und deren Selbstständigkeit und Würde zu erhalten. Nach seinen Worten geht dies nur durch eine Zusammenarbeit von Medizinern, Pflege, Sozialdienst, Seelsorge und psychologischem Beistand. red