1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Wieder aufgetaucht: Manderner beseitigen Spuren der alten Müllkippe

Gemeinde reagiert auf Abfallproblem am Ortsrand : Manderner Gemeindearbeiter beseitigen Spuren der alten Müllkippe

Flaschen, Plastik, Bauschutt – jahrzehntealter Hausmüll ist auf einem Hang bei Mandern buchstäblich wieder aufgetaucht. Die Gemeinde hat nun damit begonnen, die Spuren des seit 1973 nicht mehr genutzten und mit Erde zugeschütteten Müllsammelplatzes zu entsorgen.

Es tut sich etwas auf dem Hang am Manderner Ortsrand, wo sich bis in die frühen Siebziger Jahre ein Müllsammelplatz der Gemeinde befand. Gemeindearbeiter haben am Dienstag begonnen, dort herumliegende Abfälle einzusammeln. Innerhalb von wenigen Minuten landen verrottete Plastikbehälter, eine alte Milchkanne und sogar Teile eines Kaffeeservices in den Eimern.

„Wir haben hier gewissermaßen einen Klassiker“, erklärt Hans Klasen vom Zweckverband Abfallwirtschaft Region Trier (ART), der zum Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde nach Mandern gekommen ist. Durch Erosion seien an der Stelle des vor Jahrzehnten mit Erde zugeschütteten Müllplatzes offensichtlich einige Abfälle wieder freigelegt worden. Nach dem Abfallrecht sei nun der Grundstückseigentümer verantwortlich, „den Müll oberflächlich einzusammeln und ordnungsgemäß zu entsorgen“.

Ein Wanderer hatte den TV auf die Müllansammlung aufmerksam gemacht (der TV berichtete). Auf das Problem angesprochen hatte Ortsbürgermeister Tim Kohley zugesagt, dass sich die Gemeinde um das Aufsammeln des Mülls kümmern werde. „Das wird jetzt auch Stück für Stück passieren. Wir wollen nicht riskieren, dass sich Tiere oder auch spielende Kinder an Scherben verletzen“, versichert Kohley beim Gespräch mit dem ART-Vertreter. Klasen schätzt, dass der gesammelte alte Hausmüll „wohl etwa einen großen Container füllen“ wird. Der Ortschef sagt zu, dass die Gemeinde die Entsorgungskosten für die Gehöferschaft übernimmt, der das Grundstück des ehemaligen Müllplatzes gehört: „Sie haben das Gelände damals zur Verfügung gestellt, da sind wir jetzt auch in der Verantwortung.“

Laut Hans Klasen gibt es eine geregelte Abfallentsorgung in Rheinland-Pfalz seit 1973. Seitdem hätten die Gemeinden ihre eigenen Müllkippen nicht mehr nutzen dürfen. Wie viele der inzwischen abgedeckten Plätze es in der Region gibt, kann der ART-Vertreter nicht sagen. Laut der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord sind für den Kreis Trier-Saarburg etwa 500 Altablagerungen registriert.

Noch offen ist, ob in Mandern neben dem Aufsammeln des sichtbaren Mülls noch weitere Reaktionen wie etwa eine erneute Abdeckung mit Mutterboden notwendig sind. „Wenn sie da langfristig etwas unternehmen wollen, müssten sie das mit dem Kreis und der SGD Nord abstimmen“, rät der ART-Mitarbeiter dem Manderner Ortschef und dem Beigeordneten Stefan Marx. Beide wollen das Thema in den politischen Gremien zeitnah besprechen.