"Wilde Weiden" in Wawern

Schon Mitte 2009 könnte der Plan, das Wawerner Bruch zur Heimstatt für rückgezüchtete Auerochsen und Wildpferde zu machen, Gestalt annehmen, wenn die Wawerner Bürger mitspielen.

Wawern. (kdj) Kreisumweltamt und Naturschutzbund (Nabu), die "Paten" der neuen Weidegründe, haben vor Kurzem in Wawern für das Vorhaben geworben. Denn ohne Mitwirkung der Bürger geht nichts. Die 44 Hektar des unter Naturschutz stehenden Wawerner Bruchs reichen, weil überwiegend feucht bis nass, nicht aus, um Unterstände und trockene Rückzugsmöglichkeiten für die vorgesehenen Wildpferd-Nachzüchtungen ("Koniks") und Auerochsen ("Taurus"-Rinder) herzustellen. Also müssen noch fünf bis sieben Hektar Land für die auch "wilde Weiden" genannte Anlage hinzugekauft werden.

In diesen Tagen sind die Besitzer jener Grundstücke, die für den beabsichtigten Zukauf in Frage kommen, angeschrieben worden; die Informationsveranstaltung im Wawerner Bürgerhaus war der zweite "öffentliche Akt". Das Umweltamt des Landkreises Trier-Saarburg und der Nabu warten nun auf die Antworten. Allzu viel Zeit bleibt den Angeschriebenen nicht, denn: Es gibt andere, ernsthafte Bewerber.

Weil die Finanzierung des Projekts gesichert ist und die Gelder zur Verfügung stehen, wollen Umweltamt und Nabu möglichst schnell mit der praktischen Umsetzung beginnen.

Ortsbürgermeister Hans Greis ist zuversichtlich, dass die angeschriebenen Grundstücksbesitzer mitspielen werden - trotz einiger im Bürgerhaus geäußerter Vorbehalte wie "wir haben schon sehr viel für den Naturschutz getan" oder "wegen der Fledermäuse haben wir schon genug Probleme". Diesen Bedenken mochten weder Umweltamt-Leiter Norbert Rösler noch der rheinland-pfälzische Nabu-Vorsitzende Siegfried Schuch folgen, die darauf verwiesen, dass die Komplexe Fledermäuse und Wawerner Bruch nicht miteinander vermengt werden könnten.

Unterdessen wächst die Gefahr, dass das Wawerner Bruch zunehmend "verbuscht", wenn es nicht angemessen gepflegt wird. Als kostengünstige Landschaftspflege bietet sich die "Beweidung" der wirtschaftlich nutzlosen Flächen an. Aus diesen Überlegungen entstand die Idee der "halboffenen Beweidung" durch robuste, rückgezüchtete Tiere. In der Praxis "besorgen" aus Rückzüchtungen stammende Au- erochsen und Wildpferde Landschaftspflege, -entwicklung sowie -schutz.

Fünf Rinder und fünf Wildpferde



Die Zahl der Tiere ist der Größe des zur Verfügung stehenden Gebiets angepasst; für das Wawerner Bruch kämen als Anfangsbestand fünf "Taurus"-Rinder und ebenfalls fünf "Koniks" (Wildpferd-Züchtungen) in Frage. Der maximale Bestand richtet sich nach Flächengröße und Bewuchs des Gebiets. Das Fleisch der "Taurus"-Rinder genügt angeblich hohen Feinschmecker-Ansprüchen (der TV berichtete).

"Koniks"-Pferde und "Taurus"-Rinder fordern nur minimale Pflege und versorgen sich weitgehend selbst, bei bereits bestehenden Projekten sind Nach- oder Zufütterungen nur in Notzeiten erforderlich.

Der Ortsgemeinde Wawern entstehen keinerlei Kosten. Das Objekt soll mit Geldern aus verschiedenen öffentlichen "Töpfen" eingerichtet und privatwirtschaftlich betrieben werden.