Wildtierzentrum Tierschutzeverein Saarburg

Tiere : Wildtierzentrum Saarburg: Lösung für ein Jahr

Gute Nachrichten: Das Wildtierzentrum kann seine Arbeit 2018 fortführen. Dank Spenden ist eine Stelle finanziert. Der Trägerverein hofft für die Zukunft auf Unterstützung vonseiten der Politik.

Der Verein Wildtierzentrum kann vorerst aufatmen. Nach einem anstrengenden Überlebenskampf, der in einer vorübergehenden Schließung gipfelte (der TV berichtete mehrfach), kann die Arbeit weiterlaufen. Für das kommende Jahr hat der Verein genug Geld zusammenbekommen, um die Vollzeitstelle des Wildtierspezialisten Jürgen Meyer zu finanzieren.

Fast 30 Jahre lang hatte Meyer zusammen mit seiner Ehefrau die meist durch menschlichen Einfluss verletzten und geschwächten Tiere ehrenamtlich gepflegt. Bei Bedarf rund um die Uhr. Auch Urlaub kannten die Meyers, beide jenseits der 50, nicht. Zuletzt hatte die Zahl von bis zu 1300 Tieren pro Jahr die Kapazitäten des Paares überstiegen. Optimistisch verkündet Wolfgang Klotzbücher, erster Vorsitzender des Vereins Wildtierzentrum nun: „Jürgen Meyer wird seinen Job als Lackierer in Luxemburg aufgeben und die Wildtierpflege hauptamtlich übernehmen, auch wenn die 40 000 Euro dafür erst für ein Jahr gesichert sind.“

Dass es zu dieser Wende kam, hat einige Gründe. Klotzbücher erklärt: „Durch die große Medienpräsenz im vergangenen Jahr haben wir glücklicherweise mehr Spenden bekommen.“ Viele Privatleute hätten Geld gegeben, auch größere Summen. So habe ein Privatmann 3000 Euro gespendet. Auch Firmen hätten sich engagiert. Gerade erst habe die Heiligkreuz-Apotheke aus Trier 1000 Euro überwiesen. Die vielen Berichte haben auch dazu geführt, dass sich drei neue Helferinnen für die Tierpflege gemeldet haben. Im Vereinsvorstand gibt’s ebenfalls zwei neue Leute. Klotzbücher: „Andreas und Ina Stölting kümmern sich intensiv um das Thema Finanzierung. Bisher ist für so etwas keine Zeit geblieben, weil wir mit der Tierpflege genug zu tun hatten.“ So hat der Verein einen Kalender mit Tierfotos und Pflegetipps kreiert und hat diesen zusammen mit Selbstgestricktem und Marmelade  auf Märkten verkauft. Gerade der Kalender sei gut angekommen, eine Neuauflage geplant.

Für das kommende Jahr will der Verein Wildtierzentrum auf das Angebot des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums zurückgekommen. Dieses hatte erklärt, es werde 30 Prozent der Sach- und Personalkosten beisteuern, wenn es ein Konzept gebe. Zuvor hatte sich das Ministerium nur an  den Unterhaltungskosten beteiligt. Zu all dem kommt auch ein neues Bewusstsein, das im Laufe des vergangenen Jahres bei den Vereinsmitgliedern gewachsen ist. Klotzbücher sagt: „Wir haben in diesem Jahr gemerkt, dass die Politik hinter uns steht. Da waren wir uns vorher nicht so sicher. Doch vor allem Bürgermeister Jürgen Dixius und Landrat Günther Schartz haben sich sehr bemüht, Lösungen zu suchen.“ Die vorhergehende Unsicherheit rührte daher, dass das Wildtierzentrum bereits 2016 Alarm geschlagen und die Kommunalpolitiker um Hilfe gebeten hatte. Doch nichts passierte.

Erst als das Zentrum im April  seine Tore schloss und die Menschen aus der ganzen Region die verletzten Wildtiere zum Trierer Tierheim brachten, das daraufhin  wegen Überforderung ebenfalls Alarm schlug, kam Bewegung in die Sache. Es gab Gespräche im Landkreis und mit dem Umweltministerium. Eine vorläufige Lösung für die Zeit von August bis Dezember wurde gefunden. Kreis, Obere Naturschutzbehörde und auch der Tierschutzverein des Trierer Tierheims haben dafür zusammen eine Halbtagsstelle für eine eingearbeitete Kraft und einen Minijob für Meyer finanziert. Die Hauptstation des Wildtierzentrum wurde weg vom Haus der Meyers in Wiltingen hin zum Greifvogelpark in Saarburg verlegt. Eine Lösung, die laut Klotzbücher gut funktioniert hat, aber eben auch nur befristet war. Aktuell ist die die Kreisverwaltung laut  Pressesprecher Thomas Müller mit dem Ministerium weiter im konstruktiven Dialog für eine langfristige Lösung. Und noch etwas ist passiert in der Zeit, als das Wildtierzentrum vier Monate geschlossen war. Wolfgang Klotzbücher sagt: „Es hat sich gezeigt, dass es nicht so einfach ist, die verletzten und kranken Tiere auf andere Stellen zu verteilen. Wir können sie am besten pflegen, denn wir haben die Mittel, die Anlagen und das Wissen.“

Der Verein hat nun auch eine neue Homepage. Dort wird über Spendenaktionen informiert, über Pflegefälle und auch Auswilderungen, die immer Ziel der Pflege sind. Derzeit kümmern sich die Vereinsmitglieder um Igel, Schwäne, Wildtauben, einen Siebenschläfer, eine Mausohrfledermaus und viele andere Tiere.